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cogvis entwickelt in Wien Technik für einen sehr konkreten Zweck: Stürze in Pflegeheimen erkennen, bevor sie schlimm ausgehen. Die Sensoren des Unternehmens hängen mittlerweile in rund 260 Einrichtungen. Etwa jedes sechste österreichische Pflegeheim arbeitet damit, und der Einsatz reicht längst über Österreich hinaus in mehrere europäische Länder.
Das Kernprodukt heißt cogvis companion. Ein Infrarotsensor an der Decke misst, wie sich Menschen im Raum bewegen, und wertet die Daten direkt vor Ort mit künstlicher Intelligenz aus. Bilder entstehen dabei keine, nur anonyme Tiefendaten. Stürzt jemand oder verlässt nachts unbemerkt das Bett, geht sofort ein Alarm an die Pflegekräfte. Die Sturzerkennung ist dabei nur der Anfang. Nach Angaben des Unternehmens deckt das System über dreißig Situationen aus dem Pflegealltag ab, von der nächtlichen Abwesenheitskontrolle bis zu ersten Anzeichen beginnender Verwirrtheit.
Hinter der Technik steckt Forschung. cogvis begann 2007 als Ausgründung der TU Wien, und dieser Ursprung ist bis heute spürbar: Aus angewandter Forschung wird Pflegealltag, mit einem messbaren Anspruch. Mehr als 70 Prozent der Stürze soll das System verhindern. Dass die Sache funktioniert, zeigt auch die Anerkennung von außen. Die Lösung holte den European Product Design Award und 2023 den Silver Eco Award in Cannes; die österreichische öffentliche Beschaffung (IÖB) kürte sie zur innovativsten Pflegelösung des Landes.
Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das eine breite Palette an Aufgaben. Ein Teil des Teams trainiert die KI-Modelle und schreibt die Software, andere entwickeln die Sensorhardware. Und weil die Geräte in echten Häusern laufen, braucht es Menschen, die den Vertrieb in mehreren Ländern stemmen und den Einrichtungen im Alltag zur Seite stehen. Geführt wird die GmbH von Dr. Rainer Planinc, der Firmensitz liegt im vierten Wiener Gemeindebezirk.
Das Unternehmen wächst weiter. 2025 sammelte cogvis erneut siebenstelliges Wachstumskapital ein, mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich als strategischem Investor. Zu den Kunden zählen Häuser wie das Herz-Jesu-Krankenhaus in Wien und Träger wie die Caritas. Ein einziger Sturz kostet ein Pflegeheim schnell rund 20.000 Euro, rechnet cogvis vor. Genau an dieser Rechnung setzt die tägliche Arbeit an.
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