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In den Wänden der Wiener Stadthalle stecken 800.000 Laufmeter Elektrorohr aus Simmering. Verlegt wurden sie Ende der 1950er Jahre, und sie waren der Durchbruch für einen Betrieb, der 1938 als kleine Wiener Metallwarenfirma begonnen hatte. Heute arbeiten rund 350 Menschen für Dietzel Univolt, in Wien, in der Slowakei und in China.
Was Dietzel herstellt, sieht man selten. Elektrorohre stecken im Mauerwerk, Kabelschutzrohre liegen unter Straßen, Verbindungsdosen verschwinden hinter dem Putz. Ohne diese Teile funktioniert keine Elektroinstallation. Dazu kommen Blitzschutzkomponenten und Einziehsysteme, mit denen Monteure Kabel durch bereits verlegte Rohre ziehen. Gekauft wird das vom Elektrogroßhandel und von Installationsbetrieben in rund 80 Ländern; mehr als 40 Prozent der Produktion gehen in den Export.
Der Weg dorthin begann 1938 mit Alfred und Bertha Dietzel und einem metallverarbeitenden Betrieb in Wien. In den 1950er Jahren stellte die Firma auf Kunststoff um, zu einer Zeit, als es dafür in Europa kaum Normen gab. Das Risiko zahlte sich aus. 1971 übersiedelte das Unternehmen nach Wien-Simmering, wo die Zentrale bis heute steht; die erste Auslandsniederlassung war schon 1960 in Deutschland entstanden, später folgten unter anderem Ungarn, die Slowakei und China.
Die Familie führt das Geschäft inzwischen in dritter Generation. Gefertigt wird an drei Standorten, in Wien, im slowakischen Pezinok und im südchinesischen Dongguan, auf 45.000 Quadratmetern Produktions- und 80.000 Quadratmetern Lagerfläche. An den Extrudern und Spritzgussmaschinen in Simmering stehen Kunststofftechnikerinnen und Kunststofftechniker, im Werkzeugbau arbeiten Metalltechniker. Daneben gibt es Produktentwicklung, Logistik und einen Vertrieb, der die Exportmärkte betreut.
Nachwuchs bildet Dietzel im eigenen Haus aus. Für September 2026 sind Lehrstellen in der Kunststoffverfahrenstechnik sowie in der Metall- und Maschinenbautechnik ausgeschrieben. Was das Unternehmen an Gehalt und Zusatzleistungen bietet, veröffentlicht es nicht; das klärt sich im Bewerbungsgespräch.
Umweltthemen sind hier an konkreten Produkten ablesbar. Die Unterputzdosen ASD, UGD und AK/U werden seit 2003 aus 100 Prozent recyceltem Rohmaterial gefertigt, die Hohlwanddosen seit 2015. Für seine halogenfreien LSF0H-Rohre bekam Dietzel als erster Elektrorohr-Hersteller das Österreichische Umweltzeichen, seit 2019 ist der Betrieb nach ISO 14001 zertifiziert. 120 Millionen Meter Rohr und 60 Millionen Zubehörteile verlassen die Werke pro Jahr.
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