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Bevor ein neuer Stromrichter für ein Windrad oder ein Batteriesystem fürs E-Auto ans echte Stromnetz geht, muss es unter realistischen Bedingungen getestet werden – am besten ohne Risiko für Gerät und Netz. Genau die Anlagen dafür baut EGSTON Power Electronics in Klosterneuburg bei Wien. Die Firma entwickelt und fertigt Prüfsysteme, mit denen Entwickler ihre Leistungselektronik gegen ein simuliertes Stromnetz laufen lassen. Ihre Kunden sind Energiekonzerne, Autohersteller und Forschungseinrichtungen in halb Europa und darüber hinaus.
Das Kernprodukt trägt den etwas sperrigen Namen Power Hardware-in-the-Loop. Dahinter steckt eine einfache Idee: Statt ein neues Ladegerät, einen Wechselrichter oder ein Batteriesystem gleich am realen Netz zu erproben, koppelt man es an eine leistungsstarke EGSTON-Anlage, die ein Stromnetz oder eine Batterie in Echtzeit nachbildet. So lassen sich auch Fehlerfälle und Extremsituationen durchspielen, die man am echten Netz nie provozieren würde. Die Verstärker der Firma reichen bis in den Megawatt-Bereich. Eingesetzt werden sie in der Netz- und Energietechnik, bei erneuerbaren Energien, in der E-Mobilität sowie in der Luft- und Schifffahrt.
Die Wurzeln reichen weiter zurück, als das Gründungsjahr vermuten lässt. Der Standort Eggenburg geht auf ein 1960 gegründetes Elektronikwerk zurück, aus dem 1991 durch einen Management-Buy-out die Egston System Electronics hervorging. Aus deren Leistungselektronik-Bereich wurde EGSTON Power Electronics 2017 als eigenständige GmbH ausgegründet. 2014 gab es für das P-HIL-System "Compiso" einen Innovationspreis. Heute arbeiten rund 50 Menschen im Unternehmen; der Stand stammt aus 2023, seither wurde der Standort ausgebaut.
Wer hier arbeitet, ist nah an der Energiewende dran. Zu den Referenzen zählen Namen wie der französische Energiekonzern EDF, die University of Strathclyde in Schottland, die norwegische NTNU und das Forschungsinstitut SINTEF oder die Virginia Tech in den USA. Ein österreichisches Unternehmen mittlerer Größe, dessen Anlagen in Laboren rund um die Welt stehen – das eröffnet Ingenieurinnen und Ingenieuren ein internationales Arbeitsfeld ohne Konzern-Anonymität. Gebraucht werden Fachleute aus der Leistungselektronik und Regelungstechnik, aus der Softwareentwicklung für Echtzeitsimulation, aus Konstruktion, Fertigung und Inbetriebnahme. Der Firmensitz ist rechtlich in Eggenburg, der operative Standort liegt in Klosterneuburg direkt vor den Toren Wiens.
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