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Eine Kamera über dem Förderband erkennt in Echtzeit, aus welchem Material die vorbeilaufenden Teile bestehen, und die Sortieranlage zieht die richtigen heraus. Solche Systeme baut die EVK DI Kerschhaggl GmbH seit fast vier Jahrzehnten in Raaba-Grambach bei Graz. Dahinter steckt hyperspektrale Bildverarbeitung: Aus dem Licht, das ein Objekt zurückwirft, liest die Kamera dessen chemische Zusammensetzung. Seit Anfang 2025 gehört das Unternehmen zur internationalen Headwall Group.
Die Technik steckt in Sortier- und Prüfanlagen quer durch die Industrie. Recyclingbetriebe trennen damit Kunststoffe, Textilien und Metalle sauberer voneinander, Lebensmittelhersteller kontrollieren im laufenden Prozess Eigenschaften wie Feuchte oder Zuckergehalt, im Bergbau geht es um die Qualität des Erzes. EVK liefert dafür nicht nur die Kamera. Unter dem Förderband macht ein induktiver Sensor Eisen- und Buntmetalle im Materialstrom sichtbar, darüber sitzt eine Hyperspektralkamera der HELIOS-Reihe, und die eigene Analysesoftware macht aus den Rohdaten die Sortierentscheidung. Hardware, Software und Inbetriebnahme kommen aus einer Hand.
Peter Kerschhaggl und Kurt Völker haben die Firma 1987 gegründet, 2006 kam die erste eigene Hyperspektralkamera auf den Markt. Heute arbeiten nach Angaben des unternehmenseigenen Karriereportals gut 30 Menschen für EVK (career.evk.biz, abgerufen am 10.08.2026). Der Sitz liegt in Raaba-Grambach im Süden von Graz, ein zweites Büro betreibt das Unternehmen in Südkorea. EVK ist außerdem Mitglied im steirischen Green Tech Valley Cluster.
Seit Anfang 2025 gehört EVK zur Headwall Group mit Zentrale in Bolton, Massachusetts. Zu dieser Gruppe zählen auch der deutsche Spektralkamera-Hersteller inno-spec und der niederländische Softwarespezialist perClass. Ein überschaubares Team in Graz arbeitet damit an Produkten, die über die Vertriebswege einer weltweit tätigen Gruppe in Anlagen in Europa, Asien und den USA landen.
Entsprechend breit sind die Rollen zugeschnitten. In der Produktentwicklung treffen Optik, Elektronik und Bildverarbeitungs-Algorithmen aufeinander, im Professional Service fahren Technikerinnen und Techniker zu den Anlagen, nehmen Systeme in Betrieb und trainieren die Klassifikationsmodelle mit echtem Material. Dazu kommen Produktmanagement, Vertrieb und Verwaltung am Standort. Offene Stellen schreibt EVK über ein eigenes Karriereportal aus; Angaben zu Gehalt und Zusatzleistungen veröffentlicht das Unternehmen dort nicht. Entwickelt und gefertigt wird weiterhin in der Steiermark.
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