

Finmatics GmbH
Wer in einer Steuerkanzlei arbeitet, kennt den Stapel: Eingangsrechnungen, Belege und Kontoauszüge, die jemand von Hand erfassen und den richtigen Konten zuordnen muss. Genau hier setzt Finmatics an. Das Wiener Unternehmen entwickelt seit 2016 eine KI, die Belege ausliest und Buchungen vorbereitet, damit sich Buchhalterinnen und Buchhalter auf die Arbeit konzentrieren können, für die es Urteilsvermögen braucht.
Fin heißt das Produkt, und es läuft nicht neben der Buchhaltungssoftware, sondern mitten in ihr. Rechnungen und Belege liest die KI selbst aus, ordnet sie zu und legt fertige Buchungsvorschläge vor. Nutzt eine Kanzlei DATEV, landen die Ergebnisse genau dort. Ein Industriebetrieb mit SAP oder BMD bindet Finmatics über fertige Schnittstellen oder eine offene API ein. Die Zeitersparnis im Belegwesen beziffert das Unternehmen mit bis zu 70 Prozent.
Über 1.300 Buchhaltungsbüros, Steuerberatungen und Unternehmen in Österreich und Deutschland setzen die Software heute ein. Auch die Wiener Stadtwerke zählen zu den Kunden. Eine öffentliche Mitarbeiterzahl nennt Finmatics nicht; das Team verteilt sich aber auf mehrere Bereiche, von Softwareentwicklung und Data über Produkt bis zur Kundenbetreuung.
Im April 2025 kam ein großer Schritt. Die norwegische Visma-Gruppe übernahm das Wiener Unternehmen. Visma gehört zu den führenden Cloud-Software-Anbietern Europas, machte 2024 rund 2,8 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt 16.400 Menschen. Finmatics bleibt dabei eigenständig. Marke, Standort und Geschäftsführung ändern sich nicht, im Hintergrund steht nun aber ein Konzern mit rund zwei Millionen Kunden.
Gearbeitet wird an einem einzigen Standort, in einem Büro im Wiener Bezirk Neubau. Wer hier anfängt, bekommt einen Buddy für den Einstieg, flexible Arbeitszeiten ohne Kernzeit und die Jahreskarte der Wiener Linien dazu. In der Entwicklung entstehen die Modelle, die Belege lesen lernen. Im Kundenteam begleiten Mitarbeitende die Kanzleien beim Umstieg, dazu kommen Aufgaben in Produkt, Vertrieb und Marketing. Angefangen hat alles 2016 unter dem Namen Abacus Accounting Technologies. Seit 2021 firmiert das Unternehmen als Finmatics.
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