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In Marktl im Traisental betrieb Carl Österlein ab 1780 ein Hammerwerk. Auf demselben Areal stehen heute eine Gießerei, ein Strangpresswerk und ein Fließpresswerk, und von der Werkstraße 1 aus wird die Neuman Aluminium Gruppe geführt. Die Fried. v. Neuman Gesellschaft m.b.H. ist ihr Stammhaus in Niederösterreich. Aluminium wird hier seit 1947 verarbeitet.
Was in Marktl entsteht, lässt sich anfassen. In der Gießerei werden aus flüssigem Aluminium Butzen gegossen, kleine runde Rohlinge, aus denen Kunden später Tuben und Aerosoldosen formen. Das Fließpresswerk liefert Bauteile für Airbag-Systeme und Wärmetauscher, das Strangpresswerk Profile, die in Fassaden, Fensterrahmen und Kühlkörpern stecken. Abnehmer sind Automobilhersteller, die Bauwirtschaft, Verpackungs- und Elektroindustrie.
Marktl ist Hauptsitz und größter Produktionsstandort der Gruppe, die 2024 rund 550 Millionen Euro Umsatz erzielte und etwa 2.500 Menschen beschäftigt. Gefertigt wird an zwölf Anlagen in Österreich, der Slowakei, den USA, Mexiko und China. Für den Arbeitsalltag heißt das, dass Kolleginnen und Kollegen in Žarnovica oder Suzhou zum Tagesgeschäft gehören und ein Wechsel innerhalb der Gruppe möglich ist. Wie viele Beschäftigte genau auf den Rechtsträger Fried. v. Neuman Gesellschaft m.b.H. entfallen, weist das Unternehmen öffentlich nicht aus.
Seit 1981 gehört das Werk der Familie Grupp, das Unternehmen bezeichnet sich als Familienunternehmen in siebter Generation. Gemeinsam mit dem Schwesterbetrieb Prefa zählt Neuman zu den größten Arbeitgebern im Bezirk Lilienfeld. Ausgebildet wird im eigenen Haus. Elf Lehrberufe stehen zur Wahl: Ein Werkstofftechniker lernt, warum eine Legierung bricht, eine Mechatronikerin hält die Pressen im Takt. Für Schülerinnen und Studierende gibt es Praktika, Ferialjobs und Stipendien, für Hochschulabsolventen ein Berufseinstiegsprogramm. Erfahrene Fachkräfte finden Stellen in der Produktion, in der Instandhaltung, in der IT und im kaufmännischen Bereich.
Der Standort ist ländlich, und die Rahmenbedingungen sind darauf abgestimmt. Ein kostenloser Werksbus bringt Beschäftigte zur Arbeit, im firmeneigenen Wirtshaus Leopold gibt es vergünstigte Menüs, ein Betriebsarzt ist vor Ort. In den Büros wird gleitend gearbeitet, Homeoffice und Elternteilzeit sind möglich. Bei der Wohnungssuche unterstützt das Unternehmen, teilweise mit eigenen Wohnungen. Rund 80 Prozent der Produktion gehen in den Export.
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