

KANSAI HELIOS Austria GmbH
In Elektromotoren, Transformatoren und Windkraftgeneratoren steckt ein hauchdünner Lack aus Wien-Floridsdorf. Er isoliert die Blechlagen gegeneinander und senkt die Verluste der Maschine. Genau darin ist KANSAI HELIOS Austria stark: Bei Elektroblechlacken sieht sich das Unternehmen nach eigenen Angaben als Nummer eins in Europa und den USA, mit rund 55 Jahren Erfahrung in diesem Produktfeld. Mehr als 70 Prozent der Wiener Produktion gehen in den Export.
Angefangen hat alles 1937, als Julius Seidler in Wien eine kleine Lackfabrik übernahm. 1947 bekam sie den Namen Rembrandtin, und den gibt es bis heute als Marke für Elektroblechlacke und Straßenmarkierungen. Der Firmenname selbst wechselte 2023 von Rembrandtin Coatings GmbH auf KANSAI HELIOS Austria GmbH. Dahinter steckt kein Bruch, sondern die Zugehörigkeit zur KANSAI HELIOS Group, die seit dem Zusammenschluss von 2017 das europäische Kompetenzzentrum des japanischen Lackherstellers KANSAI PAINT bildet. Die Gruppe erwirtschaftete 2024 rund 740 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt europaweit über 3.000 Menschen. Für Beschäftigte in Wien heißt das: ein Standort mit langer eigener Geschichte, der zugleich an einem weltweiten Konzern hängt.
Gearbeitet wird an Produkten, die man selten sieht und oft braucht. Schienenfahrzeuge erhalten hier Lacke mit weltweiten Zulassungen, Stahlkonstruktionen ihren Korrosionsschutz, Auspuffanlagen und Öfen die hitzebeständigen Thermodur-Beschichtungen. Dazu kommen Materialien für Straßenmarkierungen und Beschichtungen für Anlagen der erneuerbaren Energie. Die Kunden sind Industriebetriebe, nicht Endverbraucher. Aus dem Werk in Floridsdorf gehen die Gebinde in mehr als 60 Länder.
Dass in den Standort investiert wird, lässt sich an Zahlen ablesen. Im März 2025 eröffnete das Unternehmen ein neues Fertigwarenlager mit über 7.200 Quadratmetern und rund 7.800 Europalettenplätzen, Investitionssumme über 22 Millionen Euro. Auf dem Dach liefert eine 450-kWp-Photovoltaikanlage etwa 20 Prozent des Jahresstrombedarfs. Der Betrieb ist nach ISO 9001, 14001 und 45001 zertifiziert, für Elektroblechlacke zusätzlich nach IATF 16949, und nimmt an EMAS teil. 1982 erhielt das Unternehmen das Österreichische Staatswappen, 2012 als nach eigenen Angaben erster österreichischer Chemiebetrieb den European Responsible Care Award.
Die Berufsbilder reichen von der Anlage bis zum Schreibtisch. Betriebstechnikerinnen halten die Produktionslinien am Laufen, in der Qualitätskontrolle werden Chargen geprüft, im Export und im Vertriebsinnendienst laufen die Aufträge aus dem Ausland zusammen. Nachwuchs bildet das Unternehmen selbst aus: Für Lehrlinge gibt es Mentoring durch erfahrene Kolleginnen und Kollegen, freiwillige monatliche Sozialleistungen über die gesamte Lehrzeit und einen internen Innovationspreis für eingereichte Ideen; Mädchen in technischen Berufen werden über die Teilnahme am AmaZone Award unterstützt. Die Wirtschaftskammer führt den Betrieb als Träger des Wiener Qualitätssiegels TOP-Lehrbetrieb, gültig bis Ende 2027. Eine tagesaktuelle Mitarbeiterzahl für Wien veröffentlicht das Unternehmen nicht; karriere.at ordnet den Standort in die Größenklasse 101 bis 500 Beschäftigte ein. Geführt wird die Gesellschaft von Alexander Schütter und Michael Maier.
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Hauptstandort
Ignaz-Köck-Straße 15
1210 Wien, Österreich
Recruiting-Team
