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Als der Deutsche Bundestag ein neues Bürohaus brauchte, kamen die Wände nicht aus Beton. Sie kamen als fertige Holzmodule aus Vorarlberg. Kaufmann Bausysteme GmbH aus Reuthe errichtete den Luisenblock West in Berlin aus rund 470 vorgefertigten Holzmodulen, bezugsfertig nach 15 Monaten Bauzeit. Ob Schule, Studentenheim oder Bürohaus: Das Unternehmen fertigt ganze Gebäude aus Holz in der Halle vor und montiert sie auf der Baustelle.
Der Weg in den Modulbau begann 2008 mit dem BMW-Hotel Ammerwald. Davor war der Betrieb im klassischen Holzbau zu Hause. Heute gilt Kaufmann Bausysteme im deutschsprachigen Raum als einer der führenden Anbieter für modularen Holzbau, mit einer Jahresproduktion zwischen 2.500 und 4.000 Raummodulen (Holzkurier, März 2025). Die Firmenwurzeln reichen bis 1952 zurück, als der Großvater des heutigen Geschäftsführers Christian Kaufmann eine Zimmerei gründete; geführt wird das Haus inzwischen in dritter Generation.
Gearbeitet wird an mehreren Standorten. Sitz und Verwaltung liegen in Reuthe im Bregenzerwald, die Module entstehen in eigenen Werken in Kalwang in der Steiermark sowie in Berlin und Rostock. Dass die Fertigung nah an den großen Baustellen sitzt, hat einen handfesten Grund: Für ein Studentenwohnheim in Rostock waren rund 1.000 Module vorgesehen, für Schulbauten in Berlin lagen Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe.
Wer hier arbeitet, hat mit Holz zu tun, längst nicht nur in der Werkhalle. In der Produktion setzen Zimmerer und Holztechniker die Module Wand für Wand zusammen, im Büro planen Konstrukteure, Statiker und Projektleiter die Gebäude und steuern Großprojekte über Ländergrenzen hinweg. Weil Kaufmann vom einzelnen Modul bis zur schlüsselfertigen Übergabe als Generalunternehmer auftritt, reicht das Aufgabenfeld von der Fertigung über die Planung bis zur Koordination auf der Baustelle.
Brettsperrholz ist der wichtigste Baustoff, und über neunzig Prozent der Wände bleiben am Ende sichtbar. Der Familienbetrieb setzt auf kurze Entscheidungswege. Zur genauen Beschäftigtenzahl macht das Unternehmen öffentlich unterschiedliche Angaben, ein präziser Wert lässt sich daraus nicht belegen. Was sich zeigen lässt, steht in Berlin, Rostock und im Bregenzerwald, und die Auftragsbücher waren zuletzt bis Ende 2026 gut gefüllt (Holzkurier, März 2025).
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