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Microtronics baut Geräte, die messen, wenn kein Mensch in der Nähe ist. Steigt bei Starkregen der Pegel in einem Kanal, meldet das ein Datenlogger aus Ruprechtshofen, lange bevor jemand vor Ort nachschauen könnte. Seit 2006 sitzt das Unternehmen im niederösterreichischen Mostviertel, und entwickelt und gefertigt wird bis heute im eigenen Haus.
Das Prinzip ist bei den meisten Anwendungen dasselbe. Ein robustes Messgerät sitzt dort, wo es unbequem ist, im Schacht, am Fluss oder in einer abgelegenen Trafostation. Es erfasst Werte wie Füllstand, Durchfluss oder Verbrauch und funkt sie über das Mobilfunknetz an myDatanet, die firmeneigene Plattform. Dort laufen die Daten aufbereitet zusammen. Für Wasserversorger, Kläranlagen und Energiebetriebe bedeutet das viel weniger Fahrerei: Sie sehen, was in ihrem Netz passiert, ohne jede Anlage einzeln anzufahren. Manche Geräte messen sogar Schwefelwasserstoff im Abwasserkanal, ein Gas, das Beton zersetzt und für die Menschen darunter gefährlich werden kann.
Klein angefangen, weit gekommen. Rund 300 Projekte in etwa 80 Ländern und über 50 Branchen hat Microtronics nach eigenen Angaben in den ersten anderthalb Jahrzehnten umgesetzt. Technik aus einer Marktgemeinde mit ein paar tausend Einwohnern findet sich damit auf mehreren Kontinenten. Getragen wird das von rund 64 Beschäftigten, alle am Standort Ruprechtshofen.
Für ein Haus dieser Größe ist die Bandbreite an Berufen bemerkenswert. In der Produktion bestücken und prüfen Technikerinnen und Techniker die Platinen, an den Entwicklungstischen entstehen die nächsten Geräte und die Software dazu. Ein Teil der Belegschaft betreut die Plattform, ein anderer Vertrieb und Kunden. Dass die Firma nach ISO/IEC 27001 für Informationssicherheit zertifiziert ist und daneben Normen für Qualität, Umwelt und Arbeitssicherheit erfüllt, sagt einiges darüber, wie sorgfältig hier gearbeitet wird.
Hinter dem Unternehmen steht eine Eigentümerstruktur, die zuletzt gezielt auf Wachstum gesetzt und dafür die Geschäftsführung erweitert hat. Große Zahlen zu Umsatz oder Zukunftsplänen macht die Firma öffentlich kaum. Belegt ist etwas anderes: ein Betrieb, der seit 2006 am selben Ort entwickelt und produziert und dessen Messgeräte längst weit über Österreich hinaus im Einsatz sind.
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