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In Leoben tüfteln Chemikerinnen, Werkstofftechniker und KI-Fachleute an denselben Fragen: Wie lässt sich ein Kunststoff so bauen, dass er im Motorraum standhält, sich später recyceln lässt oder ein Solarmodul über Jahrzehnte schützt? Das Polymer Competence Center Leoben, kurz PCCL, ist Österreichs größtes Zentrum für kooperative Kunststoffforschung. Firmen bringen ihre offenen Probleme mit, hier werden sie gelöst. Und das seit über zwanzig Jahren.
Gegründet wurde das PCCL 2002 als gemeinnützige GmbH mit Sitz an der Sauraugasse in Leoben. Getragen wird es von starken Eignern: der Montanuniversität Leoben, der TU Graz, der Joanneum Research, der Upper Austrian Research und der Stadt Leoben. Seit 2010 trägt das Zentrum den COMET-K1-Status, ein Förderprogramm des Bundes für Spitzenforschung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Diese Konstruktion prägt den Arbeitsalltag: Man forscht nicht im luftleeren Raum, sondern an konkreten Aufträgen aus der Industrie, von der Automobil- und Luftfahrtbranche über Verpackung bis zur Photovoltaik. Die Arbeit reicht dabei über die gesamte Kette, von der Entwicklung eines Werkstoffs über Verarbeitung und Simulation bis zur Prüfung am fertigen Bauteil. Auf rund 650 Quadratmetern stehen dafür Chemielabore, eine Anlage für additive Fertigung, Prüfstände für mechanische Belastung und Alterung sowie Labore für optische Analytik bereit. Wer hier arbeitet, bewegt sich in einem forschungsstarken Umfeld: über 550 begutachtete Publikationen, 138 abgeschlossene Dissertationen und mehrere ausgegründete Start-ups sind aus dem Zentrum hervorgegangen. Das öffnet einen Weg, den viele Beschäftigte gehen: die Doktorarbeit im laufenden Industrieprojekt, betreut in Zusammenarbeit mit den Trägeruniversitäten. Gesucht werden entsprechend nicht nur erfahrene Forscherinnen und Forscher, sondern auch Masterstudierende und Promovierende, dazu Fachleute für Randgebiete wie Computer Vision und maschinelles Lernen sowie Rollen in Kommunikation und Business Development. Das Team ist bewusst interdisziplinär und international zusammengesetzt. Leoben selbst ist ein dichter Standort für Werkstoffwissenschaft, mehrere hundert Forschende arbeiten hier über Universität und angeschlossene Institute zusammen. Eine exakte, offiziell bestätigte Beschäftigtenzahl nennt das PCCL auf seiner Website nicht; Branchenverzeichnisse sprechen von mehr als hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Geführt wird die Gesellschaft von Elisabeth Ladstätter, die wissenschaftliche Leitung liegt bei Sandra Schlögl.
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