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In Wien-Favoriten entstehen Lautsprecher, die kleiner sind als eine Fingerkuppe und trotzdem laut, sauber und stromsparend klingen müssen. Sound Solutions Austria entwickelt diese Mikroakustik für Smartphones, Laptops, Tablets und True-Wireless-Kopfhörer. Die Wurzeln des Standorts reichen bis 1929 zurück, damals als Lautsprecherfertigung von Philips. Heute ist Wien das globale Technologie- und Innovationszentrum von Sound Solutions International.
Die Produkte sind winzig, die Anforderungen daran nicht: Mikrolautsprecher, Hörkapseln, Kopfhörertreiber, Aktuatoren und komplette akustische Module, die gleichzeitig gut klingen, mechanisch etwas aushalten und wenig Energie ziehen sollen. Entwickelt wird nicht für den Katalog, sondern für einzelne Kunden. Wie weit das gehen kann, zeigt die Aktuator-Technologie "Singing Display": Ein Bauteil unter dem Bildschirm versetzt das Display in Schwingung, das Glas selbst wird zum Lautsprecher. Zu den Abnehmern zählen laut einem Bericht von Trending Topics (Juni 2021) Kunden aus den Top 5 des Smartphone-Segments.
Die Geschichte des Hauses erklärt viel über seine Stabilität. Nach Philips gehörte das Akustikgeschäft ab 2006 zu NXP Semiconductors, ab 2011 zu Knowles, seit 2016 firmiert es eigenständig als Sound Solutions International. 2021 übernahm Foxconn Interconnect Technology (FIT) die Mehrheit, einer der größten Auftragsfertiger der Consumer-Industrie. Für den Standort Wien bedeutet das Anbindung an eine Gruppe mit Produktion in China und Büros in den USA, Hongkong, Korea und Taiwan. Wer hier konstruiert, sieht seine Bauteile später in asiatischen Fertigungslinien laufen; für die Maschinenbau-Rollen sind Reisen zu den Produktionsstätten ausdrücklich Teil des Jobs.
Der Standort ist überschaubar. Zum Zeitpunkt der FIT-Übernahme arbeiteten rund 77 Menschen in Wien (Trending Topics, Juni 2021), eine aktuellere offizielle Zahl veröffentlicht das Unternehmen nicht. Gesucht werden vor allem drei Profile: Akustikerinnen und Akustiker mit Hintergrund in Elektrotechnik, Elektronik oder Physik, die Simulationsmodelle aufbauen; Fachleute für industrielle Mess- und Prüftechnik, die eigene Prüfplattformen und die dazugehörige Software entwickeln; und Konstrukteure, die Zeichnungen erstellen und Werkstoffe auswählen. Dazu kommen Materialforschung, Prototypenbau und die Arbeit an neuen Montageprozessen.
Das Arbeitsumfeld beschreibt das Unternehmen selbst über Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg und über Führungsgrundsätze, die auf Vertrauen, kontinuierliches Lernen und die Entwicklung individueller Stärken abzielen. Handfest wird es bei den Rahmenbedingungen: bezuschusstes Mittagessen und eine Kantine mit täglich frischem Obst, ein Fitnessraum mit Duschen und Umkleiden, Arbeitsmedizin vor Ort, Notebook und Diensthandy, dazu mobiles Arbeiten und Homeoffice. Der Firmensitz liegt an der Gutheil-Schoder-Gasse im 10. Bezirk, gut öffentlich erreichbar, mit Parkplätzen am Gelände. Für Studierende gibt es Sommerpraktika und die Möglichkeit, Abschlussarbeiten im Betrieb zu schreiben.
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