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Am Starkweg 1 in Irnfritz rollen jeden Werktag Lkw über die Brückenwaage: Altpapier, Baustellenabfall, Schrott. Rund 100 Menschen arbeiten hier und an zwei weiteren Standorten im nördlichen Waldviertel für die Stark GmbH. Gegründet haben den Betrieb 1997 die Brüder Gottfried und Reinhard Stark, und geführt wird er bis heute von den beiden. Aus einem regionalen Entsorger ist in knapp drei Jahrzehnten eine Firmengruppe mit eigener Biogasanlage, eigenem Gleisanschluss und drei Lehrberufen geworden.
Das Kerngeschäft ist Abfall und Wertstoff. Stark stellt Mulden auf Baustellen, holt Gewerbe- und Werkstattabfälle ab und handelt mit Schrott und Metallen, die am Gelände sortiert, gepresst und weiterverkauft werden. Ein zweites Standbein sind Abbruch und Demontage, von der Industriehalle bis zum Öltank im Keller. Dazu kommen Bereiche, die man in einem Entsorgungsbetrieb nicht unbedingt erwartet: In Göpfritz an der Wild läuft seit 2021 eine Biogasanlage, unter der Marke Pipibox vermietet die Firma mobile WC-Anlagen für Baustellen und Feste. Auch Kanalreinigung, Kompostierung und Schädlingsbekämpfung laufen unter demselben Dach.
Zusammen läuft das im Waldviertler Recyclingpark in Irnfritz, einem Betriebsgelände von rund 77.000 Quadratmetern, davon etwa 50.000 bebaut (Waldviertler Recyclingpark, Stand 2020). Der Standort wurde bewusst wegen der Franz-Josefs-Bahn gewählt. Über den eigenen Gleisanschluss gehen Wertstoffe seit den Anfängen per Güterwaggon weg statt per Lkw. Rund 8.500 Kundenanlieferungen zählt der Betrieb im Jahr, etwa 3.500 Pressballen verlassen ihn wieder. Im Einsatz sind ungefähr 30 Fahrzeuge und rund 1.000 Container. Zur Mitarbeiterzahl kursieren je nach Quelle Angaben zwischen 85 und 100; das Unternehmen selbst spricht aktuell von rund 100 Beschäftigten.
Entsprechend unterschiedlich sind die Jobs. Auf der Straße sind Kraftfahrer mit Kran- und Muldenfahrzeugen unterwegs, in der eigenen Werkstatt hält ein Team den Fuhrpark instand. An der Waage und im Innendienst laufen Aufträge, Begleitscheine und Kundenanfragen zusammen. Die Abteilungen sind klar getrennt, verstehen sich laut Karriereseite aber als ein Team.
Ausgebildet wird selbst. Drei Lehrberufe bietet Stark an: Entsorgungs- und Recyclingfachkraft, Reinigungstechnik und Schädlingsbekämpfung. Letztere ist ein seltener Lehrberuf, den in Österreich nur wenige Betriebe überhaupt anbieten.
Hinter der Stark GmbH steht eine ganze Gruppe. Dazu gehören der Eisenfachmarkt Eisen Stark in Irnfritz, die Wärme-Contracting-Firma Energie Mobil und ein Budgethotel in Gars am Kamp. Gemeinsam mit der steirischen Saubermacher AG betreibt Stark außerdem das Entsorgungsunternehmen sauber+stark mit Sitz in Waidhofen an der Thaya, das dort zwölf Altstoffsammelzentren betreut. Für Beschäftigte heißt das: Der Arbeitgeber hängt nicht an einem einzigen Markt.
Als Arbeitgeber nennt das Unternehmen Gleitzeit in einigen Abteilungen, interne und externe Weiterbildungen, Leistungsprämien und ein bezuschusstes gemeinsames Mittagessen. Poolautos stehen allen zur Verfügung, das Audit "Beruf und Familie" hat der Betrieb absolviert. Betriebsausflug, Sommerfest und Weihnachtsfeier gehören zum Jahreslauf. Lehrlingen zahlt die Firma nach dem Lehrabschluss bis zu 1.800 Euro zum B-Führerschein dazu.
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