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Wer in Salzburg einen Betrieb gründet, eine Lehrabschlussprüfung ablegt oder wissen will, ob ein Arbeitsvertrag rechtlich hält, landet früher oder später am Julius-Raab-Platz. Dort sitzt die Wirtschaftskammer Salzburg, die gesetzliche Interessenvertretung von rund 63.500 Mitgliedsbetrieben im Bundesland. Ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr 1847 zurück, als der Salzburger Gewerbeverein entstand. Ein Haus mit langer Geschichte also, das trotzdem sehr im Heute arbeitet.
Auf dem Papier klingt die Tätigkeit verwaltungslastig, im Alltag ist sie handfest. In der Rechtsabteilung erklärt eine Juristin einem Gastwirt, was eine Gesetzesänderung für seine Küche bedeutet. Ein paar Türen weiter sitzt ein Gründungsberater mit jemandem zusammen, der aus einer Idee eine Firma machen will. Prüfer nehmen Lehrabschlüsse ab, in der Außenwirtschaft geht es um Zoll und Exportfragen, und gegenüber Politik und Behörden vertritt die Kammer die Anliegen der Betriebe. Organisiert ist all das in sieben Sparten, von Handel und Tourismus über Gewerbe und Handwerk bis zu Information und Consulting. Darunter kümmern sich 96 Fachgruppen, Innungen und Gremien um die einzelnen Branchen. Präsident ist seit 2020 Peter Buchmüller. Wer nicht in die Stadt Salzburg kommen kann, findet die Kammer in sechs Bezirksstellen wieder, von Flachgau bis Lungau.
Ein großer Teil des Hauses dreht sich um Weiterbildung. Das WIFI Salzburg, 1946 gegründet, ist die Bildungseinrichtung der Kammer und die größte Adresse für berufliche Weiterbildung im Land. 2024 besuchten dort fast 27.000 Menschen rund 2.400 Kurse und Seminare, vom Vorbereitungskurs für die Meisterprüfung bis zur Lehre mit Matura. Die Teilnehmer gaben dem WIFI im selben Jahr eine Weiterempfehlungsrate von 96 Prozent.
Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: Die Berufe reichen weit über den klassischen Schreibtisch hinaus. Juristen und Steuerfachleute arbeiten hier neben Gründungsberatern, IT-Leuten und Prüfern, im WIFI kommen Trainerinnen, Kursorganisatoren und Haustechnik dazu. Eingestiegen wird vom Praktikum über die Assistenz bis zur Führungsposition. 2022 hat die Kammer ihr 175-jähriges Bestehen gefeiert. Wer hier anfängt, arbeitet also an einem Ort, der schon lange dieselbe Aufgabe hat und ihn zugleich Jahr für Jahr neu ausfüllt.
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