Lunzerstraße 60
4030 Linz
Österreich

Im Universitätsklinikum Reims fahren mobile Roboter durch die Gänge und bringen Material dorthin, wo es gebraucht wird. Gebaut wurden sie in Linz. DS Automotion entwickelt seit 1984 fahrerlose Transportfahrzeuge, und was in der Lunzerstraße konstruiert wird, arbeitet heute in Autowerken, Papierfabriken und Kliniken auf mehreren Kontinenten.
Fahrerlose Transportsysteme sind Fahrzeuge ohne Fahrer. Sie holen Paletten, Karosserien oder Wäschewagen ab, finden ihren Weg selbst und weichen Menschen aus. DS Automotion baut solche Fahrzeuge seit 1984, damals für die Automobilindustrie, heute auch für Krankenhäuser, Papier- und Druckbetriebe, Rechenzentren und den Lebensmittelbereich. Die Software dafür entsteht im eigenen Haus, von der Navigation im einzelnen Fahrzeug bis zur Flottenverwaltung NAVIOS, die ganze Fuhrparks koordiniert. Für Softwareentwicklerinnen und -entwickler ist das der interessante Punkt: Hier wird die Steuerung nicht zugekauft und integriert, sondern selbst gebaut.
Der Hauptsitz liegt in Linz, dazu kommen Lager und Versand in Asten und ein Büro in Hagenberg. Außerhalb Österreichs ist das Unternehmen mit zwei Standorten in Deutschland, einem in Südfrankreich und einem in Auburn Hills bei Detroit vertreten. Die WKO führt DS Automotion mit über 310 Beschäftigten (firmen.wko.at, abgerufen im August 2026). Seit 1. März 2023 gehört das Unternehmen vollständig zur SSI Schäfer Gruppe, die seit 2018 zunächst eine Minderheitsbeteiligung gehalten hatte. Der Linzer Standort behält dabei seine eigene Geschäftsführung und seinen Namen, hängt aber am weltweiten Servicenetz eines großen Intralogistik-Konzerns.
Wer hier arbeitet, hat mit echten Maschinen zu tun. In der Montagehalle entstehen die Fahrzeuge, Inbetriebnahmetechnikerinnen und -techniker begleiten sie danach zum Kunden und bringen die Anlage vor Ort zum Laufen, häufig im Ausland. Im Büro sitzen Full-Stack-Entwickler, Software-Tester, Projektabwickler und der internationale Vertrieb. Lehrlinge bildet DS Automotion ebenfalls aus.
Die Wochenarbeitszeit beträgt 38,5 Stunden mit Gleitzeit. Neue Kolleginnen und Kollegen bekommen in der Einarbeitung eine Patin oder einen Paten an die Seite gestellt, ab fünf Jahren Betriebszugehörigkeit kommt eine betriebliche Altersvorsorge dazu. Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Was es baut, lässt sich dafür recht genau nachlesen: Der Klinikroboter Lucy trägt bis zu 500 Kilogramm und fährt mit bis zu 1,8 Metern pro Sekunde durch die Stationsgänge.
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