Puchstraße 70
8020 Graz
Österreich

Seit 1804 wird in Graz unter dem Namen Odörfer mit Eisenwaren gehandelt. Wer heute anruft, ist meist Tischler, Metallbauer oder Einkäufer eines Baubetriebs und braucht etwas aus einem Sortiment von über 450.000 Artikeln, vom Türband über die Schlagbohrmaschine bis zur Fensterbank. Bestellt wird beim Außendienst, im Innendienst am Telefon oder im Webshop. Abgeholt wird an der Gradnerstraße im Grazer Westen, wo Verwaltung, Lager und Abholshop unter einem Dach liegen.
Das Geschäft ist klassischer Großhandel mit Beschlägen, Befestigungstechnik, Werkzeug und Industriebedarf. Zur Kundschaft zählen Handwerksbetriebe, Wiederverkäufer, Industrie sowie Ämter und Gemeinden. Besonders zu Hause ist Odörfer beim holz- und metallverarbeitenden Handwerk: Möbelbeschläge, Küchengeräte, Spülen und Beleuchtungstechnik stehen ebenso im Katalog wie Handwerkzeug, Maschinen und Drahtwaren. Der Anspruch dahinter ist unprätentiös formuliert: Alles fürs Handwerk, Qualität zum fairen Preis.
Vier Adressen in Österreich tragen das Geschäft. Graz ist Zentrale und Auslieferungspunkt zugleich, Wels und Wiener Neustadt sind Verkaufsbüros, und in Tirol betreut ein eigenes Verkaufsteam von Hall aus die Region. Der Außendienst fährt von dort in fast alle Bundesländer; ausgeschriebene Gebiete reichen von Tirol und Salzburg über Ober- und Niederösterreich bis in die Steiermark und nach Kärnten.
Die Eigentümergeschichte der jüngeren Jahre ist rasch erzählt. 2020 übernahm die Seefelder GmbH aus Landshut den Grazer Traditionsbetrieb, alle 160 Beschäftigten blieben an Bord, beide Häuser lagen damals bei jeweils knapp 40 Millionen Euro Jahresumsatz. Im Oktober 2024 stieg dann die fischer-Gruppe aus Waldachtal mehrheitlich bei der Seefelder-Holding ein, also jene Unternehmensgruppe, die den grauen Dübel gleichen Namens auf halbe Europa-Baustellen gebracht hat. Am Markt tritt Seefelder laut Ankündigung weiterhin eigenständig auf. In Graz blieb die Mannschaft dieselbe.
Wer hier arbeitet, sitzt selten nur am Schreibtisch. Im Lager kommissionieren Betriebslogistiker die Bestellungen für den nächsten Morgen, im Innendienst klären Verkäufer am Telefon, welches Band zu welcher Tür passt, im Außendienst fahren Berater die Tischlereien und Schlossereien ihrer Region ab. Dazu kommen Verkaufsleitung, Einkauf und E-Commerce. Geschult wird intern und bei Lieferanten, das Unternehmen nennt außerdem Aufstiegsmöglichkeiten und Mitarbeiterrabatte. Flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege und eine offene Fehlerkultur stehen in den eigenen Werten; wer etwas falsch macht, soll darüber reden können statt es zu verstecken.
Eine eigene Beschäftigtenzahl für Österreich veröffentlicht Odörfer derzeit nicht, die Karriereseite spricht von rund 350 Menschen in Deutschland und Österreich zusammen. Ausgebildet wird im eigenen Haus: Der nächste Lehrplatz zur Betriebslogistikkauffrau und zum Betriebslogistikkaufmann ist für 2026 ausgeschrieben.
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