

Bert-Köllensperger-Straße 7
6065 Thaur
Österreich

Rund 250.000 Zählpunkte in Tirol hängen an einem Netz, und TINETZ betreibt es. Etwa 12.000 Kilometer Leitungen ziehen sich vom Unterland bis nach Osttirol, über Bergrücken, durch Täler, unter Straßen hindurch. In der Leitstelle in Thaur sitzt rund um die Uhr jemand und behält das Ganze im Blick. Fällt irgendwo Strom aus, rücken Störungstrupps aus den Regionalstellen aus.
Wer bei TINETZ arbeitet, verkauft keinen Strom. Das Unternehmen betreibt die Infrastruktur, über die er ankommt: 51 Umspannwerke, rund 4.250 Trafostationen und Hochspannungsleitungen mit 220 und 110 Kilovolt, die den Strom aus den Kraftwerken in die Regionen bringen, wo er auf 400 beziehungsweise 230 Volt heruntertransformiert wird. Betrieb, Wartung und Ausbau dieses Netzes sind der gesamte Auftrag. Damit ist TINETZ der größte Verteilernetzbetreiber Tirols. Gesellschafterin ist zu hundert Prozent die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG, deren Gruppe zu den größten Arbeitgebern des Landes zählt.
Rund 500 Menschen arbeiten im Unternehmen. Die Verwaltung sitzt in Thaur bei Innsbruck, gearbeitet wird aber im ganzen Land, mit Regionalstellen unter anderem in Lienz, Landeck und Zell am Ziller. Elektrotechnikerinnen und Monteure halten Freileitungen und Kabelnetze instand, oft bei jedem Wetter und in unwegsamem Gelände. In der Betriebsführung und in der Leitstelle laufen die Meldungen aus dem gesamten Netz zusammen. Dazu kommen Planung, Netzanschlussbearbeitung und kaufmännische Aufgaben in Thaur.
Ausgebildet wird im eigenen Haus. Die vierjährige Lehre zum Elektrotechniker mit Schwerpunkt Energietechnik läuft in Landeck, Brixlegg und St. Johann, in Thaur kommen Metalltechnik und technisches Zeichnen dazu. Lehre mit Matura ist möglich, die Wochenarbeitszeit liegt bei 38,5 Stunden, und wer erst hineinschnuppern will, kann sich für eine Schnupperlehre oder eine Ferialstelle melden. Ausführlichere Angaben zu Benefits für den Rest der Belegschaft veröffentlicht das Unternehmen allerdings nur sparsam.
Das Geschäft ist reguliert, die Netztarife legt die E-Control fest. Der Auftrag selbst ist langfristig angelegt: Ein Stromnetz für ein ganzes Bundesland braucht Leute, die es über Jahrzehnte kennen. Die Gesellschaft besteht seit 2001, zuvor lag der Netzbetrieb bei der TIWAG selbst. Neu ist vor allem, was jetzt am Netz hängt. Photovoltaikanlagen anzuschließen, Smart Meter zu setzen und Energiegemeinschaften abzuwickeln, gehört inzwischen zum Tagesgeschäft, und im Ötztal baut TINETZ derzeit eine neue 110-kV-Leitung.
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