Bauernstraße 1
Wels
Österreich

In Marchtrenk bei Wels steht ein Rechenzentrum mit Platz für rund 4.500 Server. Betrieben wird es von ITandTEL, dem IT- und Telekommunikationsgeschäftsfeld der eww ag. Acht solcher Rechenzentren gehören dem Unternehmen inzwischen, dazu ein eigenes Glasfasernetz mit mehr als 400 Gbit/s in Österreich und über die Grenzen hinaus. Wer hier arbeitet, hält die digitale Infrastruktur österreichischer Betriebe am Laufen.
ITandTEL bringt Firmen ins Netz und hält ihre Daten im Land. Standorte werden per Glasfaser verbunden, Server stehen im Housing oder Hosting in den eigenen Rechenzentren, dazu kommen Cloud-Plattformen, Backup, E-Mail-Dienste und Cyber-Defence. Fünf der Rechenzentren stehen in Österreich, in Wels, Linz, Marchtrenk, Vösendorf und Salzburg, zwei weitere in Lindau und München. Der Backbone hängt an den großen europäischen Internetknoten, unter anderem am Wiener VIX und am DE-CIX in Frankfurt.
Das Haus in Marchtrenk war das erste Kunden-Rechenzentrum Österreichs mit einem Zertifikat nach der europäischen Norm EN 50600. Gebaut wurde es in sieben Monaten, investiert wurden über zwei Millionen Euro in 600 Quadratmeter Technikfläche. Sicherheit ist hier kein Schlagwort, sondern Prüfgegenstand: Die Rechenzentren sind nach ISO/IEC 27001 zertifiziert, und ITandTEL gehört zum Kernteam der Ö-Cloud, der österreichischen Initiative für Cloud-Dienste mit Datenhaltung im Inland. Auf der eigenen OpenStack-Plattform mieten Kunden mittlerweile auch GPU-Leistung für KI-Anwendungen.
Hinter der Marke steht ein Unternehmen der Stadt Wels. Die eww ag geht auf das Elektrizitätswerk Wels von 1899 zurück und versorgt die Region bis heute mit Strom, Gas, Fernwärme und Wasser. In die Telekommunikation stieg das Haus 1995 ein, 2014 kam die Übernahme der ÖBB Telekom Service dazu, die ein Jahr später vollständig in die Gruppe integriert wurde. In der eww Gruppe arbeiteten 2021 rund 770 Menschen. Eine eigene Mitarbeiterzahl für das Geschäftsfeld ITandTEL veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Die Kundschaft reicht von Start-ups über Industriebetriebe und Großhandel bis in Gesundheitswesen und öffentliche Verwaltung. Entsprechend breit sind die Rollen. Solution Architects entwerfen Netz- und Cloud-Konzepte und begleiten sie in den Vertrieb, Key Account Manager betreuen Firmenkunden über Jahre hinweg, im Rechenzentrum und im Betrieb kümmern sich Technikerinnen und Techniker um Verfügbarkeit rund um die Uhr. Daneben gibt es die konzerninterne IT mit ERP, CRM und Kundenportalen. Ausgebildet wird ebenfalls im eigenen Haus: Aktuell lernen 58 Lehrlinge in sechs Berufen bei der eww Gruppe, im September 2025 haben 13 neue begonnen, einer davon in der IT-Technik.
Weiterbildung läuft über die eww Academy, dazu kommen Gleitzeit, teilweise Vier-Tage-Woche, Homeoffice mit gestellter Ausstattung und ein Zuschuss von 80 Prozent auf das Klimaticket für den Arbeitsweg. Der Strom für die Rechenzentren stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen.
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