Kasernenstraße 9
7000 Eisenstadt
Österreich

Rund 900 Menschen sorgen dafür, dass im Burgenland der Strom fließt. Sie planen Windparks, montieren Photovoltaik, sitzen in der Leitstelle oder beraten Kundinnen und Kunden am Telefon. Der Sitz ist Eisenstadt, Kasernenstraße 9. Hinter dem Unternehmen steht das Land: 51 Prozent hält die Landesholding Burgenland, 49 Prozent die börsennotierte Burgenland Holding AG.
Angefangen hat alles mit Leitungen und Zählern. 1997 stellte die damalige BEWAG ihr erstes eigenes Windrad auf, 2012 ging sie mit der Gasgesellschaft BEGAS zusammen, und seit Mai 2022 steht auf den Fahrzeugen Burgenland Energie. Windkraft und Photovoltaik sind heute das Kerngeschäft. Wie groß die Anlagen inzwischen sind, sieht man bei Neusiedl am See und Weiden: Dort ersetzen 23 neue Windräder die 44 alten. Die neuen reichen bis zu 244 Meter in die Höhe, ein einzelnes Rotorblatt wiegt etwa 25 Tonnen, und aus 79 Megawatt Leistung werden 122. Vorstandschef Stephan Sharma hat es beim Spatenstich so zusammengefasst: „Wir halbieren die Anzahl der Anlagen, verdoppeln die Höhe und damit die Energiegewinnung."
Die Arbeit verteilt sich über mehrere Gesellschaften, und genau daraus ergibt sich die Bandbreite der Berufe. Bei der Tochter Netz Burgenland betreuen Monteurinnen, Netzplaner und Leitstellenpersonal rund 720 Kilometer Hochspannungs-, etwa 3.300 Kilometer Mittelspannungs- und rund 5.700 Kilometer Niederspannungsleitungen, an denen mehr als 158.000 Kundenanlagen hängen. Das Netz gilt als eines der zuverlässigsten des Landes: 2023 fiel der Strom im Versorgungsgebiet im Schnitt 19,44 Minuten aus, österreichweit waren es 32. Andere Teile der Gruppe verkaufen Ökostrom, bauen Wärmepumpen und Batteriespeicher ein oder treiben den Breitbandausbau voran. Technik ist damit nur die eine Hälfte. Ohne Vertrieb, Kundenservice, IT, Energiehandel und Verwaltung läuft der Betrieb nicht.
Nachwuchs bildet das Unternehmen selbst aus, und zwar nicht nur in der Zentrale. Die modulare Lehre Elektrotechnik mit Schwerpunkt Erneuerbare Energie dauert dreieinhalb bis vier Jahre und ist in Eisenstadt, Neusiedl, Oberwart und Güssing möglich; dazu kommt die Kochlehre in der eigenen Betriebsküche in Eisenstadt. Burgenland Energie zählt nach eigenen Angaben zu den größten lehrlingsausbildenden Betrieben des Burgenlandes. Auch danach geht die Ausbildung weiter: Das interne Programm GreenTech Empowerment behandelt Windkraft, Photovoltaik, Speicher, Handel und Mobilität, daneben gibt es Formate wie Entwicklung@Work und Expert@BE. Die Karriereseite nennt außerdem gleitende Arbeitszeit und Homeoffice, Sozialleistungen ohne All-in-Verträge und die Gleichbehandlung von Teilzeit- und Vollzeitkräften.
Eine tagesaktuelle Beschäftigtenzahl veröffentlicht das Unternehmen nicht; die Größenordnung von rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2021/22. Was dagegen klar terminiert ist: Das Burgenland will bis 2030 seine Energieversorgung vollständig auf erneuerbare Quellen umstellen. Die Windräder, Photovoltaikflächen und Netze dafür entstehen zu einem großen Teil in diesem Unternehmen.
Kasernenstraße 9
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