Pirath 12
4952 Frauenstein
Österreich

Im Herbst 2026 fährt ein 20-jähriger Zerspanungstechniker zur Berufs-Weltmeisterschaft nach Shanghai. Gelernt hat er sein Handwerk bei Faschang Werkzeugbau in Weng im Innkreis, wo er heute CNC-Maschinen programmiert und nebenbei Lehrlinge betreut. Der Innviertler Betrieb baut Werkzeuge, Vorrichtungen und Präzisionsteile für Kunden aus der Luftfahrt, dem Automobilbau und dem Maschinenbau. Rund 108 Beschäftigte weist das Firmenverzeichnis der Wirtschaftskammer aus.
Was hier entsteht, sieht man am Endprodukt später selten. Faschang fertigt Stanz- und Ziehwerkzeuge, Vorrichtungen und Sonderbeschläge, also genau jene Ausrüstung, mit der andere Unternehmen ihre eigenen Produkte in Serie bringen. Dazu kommt Lohnfertigung: gedrehte und gefräste Teile, Großteilbearbeitung auf der Portalfräse, 5-Achs-Laserbearbeitung, Erodieren und Montage. Auf rund 9.000 Quadratmetern Produktionsfläche in Pirath liegen Konstruktion, Zerspanung und Qualitätssicherung nebeneinander. Wer ein Bauteil konstruiert, kann ein paar Schritte weiter zusehen, wie es auf der Maschine entsteht.
Die Kundenbranchen erklären, warum die Toleranzen eng sind. Luft- und Raumfahrt gehört dazu, ebenso der Automobilbau, der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektroindustrie und die Möbelfertigung. Entsprechend arbeitet der Betrieb nach ISO 9001 und ist für Stahlbauteile nach EN 1090 in der Ausführungsklasse EXC 1 zertifiziert. Gegründet wurde das Unternehmen 1988, seit 2004 firmiert es als GmbH mit Sitz in Weng im Innkreis, geschäftsführender Gesellschafter ist Reinhard Faschang. Wie sich die rund 108 Beschäftigten auf Fertigung und Büro verteilen, veröffentlicht die Firma nicht.
Die Lehrwerkstätte ist eine eigene Welt im Haus. 2019 investierte Faschang rund 300.000 Euro in neue Maschinen allein für die Ausbildung. Ein Jahr später lernten dort 21 Jugendliche Zerspanungstechnik, Werkzeugbautechnik und Maschinenbautechnik, sechs kommen jährlich neu dazu. Alle starten im gemeinsamen Grundmodul Maschinenbau und spezialisieren sich nach zwei Jahren, mitarbeiten in der Produktion dürfen sie vom ersten Tag an. Für einen ausgezeichneten Lehrabschluss gibt es 350 Euro Prämie, für einen guten 150 Euro. Einmal im Jahr setzen sich die Lehrlinge bei einem eigenen Seminar mit der Geschäftsführung zusammen und sagen, was im Betrieb besser laufen könnte. Bei Landes- und Bundeslehrlingswettbewerben landen Wenger Nachwuchskräfte regelmäßig auf den vorderen Plätzen.
Gesucht werden aktuell ein CNC-Fräser für die Portalfräse und ein CNC-Dreher, dazu Monteure für den Werkzeugbau und eine Kraft für die Buchhaltung. Initiativbewerbungen nimmt das Unternehmen ausdrücklich entgegen.
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