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3822 Waldkirchen an der Thaya
Österreich

In Karlstein an der Thaya, im nördlichen Waldviertel, verlassen jedes Jahr über 207 Millionen Teile die Werke von Pollmann. Sie stecken in Schiebedächern, Türen und Antrieben von Autos auf der ganzen Welt. Die Pollmann Austria GmbH ist die operative österreichische Gesellschaft dieses Familienunternehmens, das hier seit 1888 fertigt. Wer hier arbeitet, sieht das Ergebnis seiner Arbeit später auf der Straße.
Hergestellt werden mechatronische Baugruppen für die Automobilindustrie. Das klingt abstrakt, ist es aber nicht: Wenn sich ein Schiebedach öffnet oder ein elektrischer Antrieb im Fahrzeug Strom bekommt, stecken dahinter häufig Kontaktsysteme und Kunststoff-Metall-Verbindungen aus Karlstein. Dazu kommen Stanz- und Drehteile, Kunststoffspritzguss und ein eigener Werkzeugbau. Entwicklung, Prototypenbau und Automatisierungstechnik sitzen am selben Standort. Ein Bauteil entsteht hier also von der ersten Zeichnung bis zur Serienfertigung.
Nach Unternehmensangaben sind 93 Prozent aller namhaften Automarken weltweit mit Teilen von Pollmann bestückt, die Exportquote lag 2025 bei über 86 Prozent (pollmann.at, abgerufen am 10.08.2026). Zur Gruppe gehören über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an fünf Standorten auf drei Kontinenten; neben Österreich wird in Tschechien, in den USA und in China produziert. Karlstein ist dabei der Ursprung und das Zentrum geblieben. Hier sitzt die Entwicklung, hier steht der Werkzeugbau, hier arbeitet der größte Teil der österreichischen Belegschaft. Für Österreich werden rund 550 Beschäftigte genannt (Wikipedia, Stand Jänner 2026); eine getrennte Beschäftigtenzahl allein für die Pollmann Austria GmbH veröffentlicht das Unternehmen nicht. Als die Produktion im nahen Vitis 2025 nach Karlstein verlagert wurde, wurden alle 71 Beschäftigten übernommen.
Die Pollmann Austria GmbH mit Sitz in Karlstein steht zu hundert Prozent im Eigentum der Pollmann International GmbH, die das Unternehmen als Familienbetrieb führt. Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das eine Kombination, die im Waldviertel selten ist: ein Arbeitsplatz in einer Region mit überschaubarem Arbeitsmarkt, aber mit Kunden und Schwesterwerken rund um den Globus.
Die Tätigkeitsfelder sind entsprechend breit. An den Maschinen arbeiten Maschinenbediener und Produktionstechniker in der Kunststoff- und Metallverarbeitung, in den Büros führen Projektleiter Kundenprojekte und betreuen IT-Fachleute die SAP-Fertigungssteuerung. Für Absolventinnen und Absolventen von HTL, FH und Universität gibt es ein eigenes Trainee-Programm.
Besonderes Gewicht liegt auf der Lehre. Derzeit beschäftigt Pollmann 25 Lehrlinge in acht Lehrberufen, von der Kunststoffverfahrenstechnik bis zur Mechatronik. Die besten eines Jahrgangs können über das Programm "Fit for International" Zeit an einem der ausländischen Standorte verbringen. Ausgezeichnet wurde Pollmann zuletzt zum dritten Mal in Folge als "Leading Employer" und zählt damit laut der zugrunde liegenden Studie zum obersten Prozent der österreichischen Arbeitgeber.
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