Softwarepark 35
4232 Hagenberg im Mühlkreis
Österreich

91 Menschen aus zehn Ländern arbeiten in Hagenberg im Mühlkreis daran, mathematische Verfahren in Software zu übersetzen, die anschließend in Fabrikhallen, Kliniken und Logistikzentren läuft. Entstanden ist die RISC Software GmbH 1992 als anwendungsorientierter Ableger des Forschungsinstituts für symbolisches Rechnen der Johannes Kepler Universität Linz. Die Universität hält bis heute 80 Prozent der Anteile. Rund drei Viertel der Belegschaft sind in Forschung und Entwicklung tätig.
Gearbeitet wird dort, wo Rechenverfahren auf echte Maschinen und echte Patientendaten treffen. Für die Industrie entstehen digitale Zwillinge und Simulationen von Fertigungsprozessen, darunter eine Programmbibliothek, mit der sich Zerspanungsvorgänge an Werkzeugmaschinen vorab durchrechnen lassen. Ein zweiter Schwerpunkt liegt in der Medizin, wo es um Bild- und Datenanalyse für Diagnostik und Behandlungsplanung geht. Dazu kommen Datenplattformen für Logistik und Energiewirtschaft sowie ein Team, das sich mit Quantencomputing und maschinellem Lernen beschäftigt. Mit Airbus besteht die Zusammenarbeit seit 2003.
Etwa 70 Prozent der Arbeit sind Auftragsprojekte für Unternehmen, der Rest öffentlich geförderte Forschung. Diese Mischung prägt den Alltag: Man liefert an zahlende Kunden und veröffentlicht daneben Fachartikel, 30 Publikationen waren es zuletzt. Laut Unternehmensbericht (risc-software.at, abgerufen am 09.08.2026) liefen 97 Projekte, neun davon EU-weit und zwei über Europa hinaus, bei einer Betriebsleistung von 8,9 Millionen Euro und 84 Kooperationspartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Wer also international arbeiten möchte, muss dafür nicht den Arbeitgeber wechseln.
An den Schreibtischen sitzen Softwareentwicklerinnen und -entwickler, Data Scientists, Mathematikerinnen und Fachleute aus der Medizininformatik, dazu Projektleitung, Qualitätsmanagement und Verwaltung. Eine öffentliche Aufschlüsselung der Belegschaft nach Berufsgruppen gibt es nicht. Der Frauenanteil liegt bei 29 Prozent. Weiterbildung ist Teil des Modells: Das Haus betreibt mit der RISC AI Academy eigene Schulungsformate und bildet damit nicht nur die eigenen Leute, sondern auch Kundenunternehmen aus. Zertifiziert ist der Betrieb nach ISO 9001 und ISO 27001.
Die Eigentümerstruktur verschafft dem Unternehmen eine ungewöhnlich ruhige Basis für ein IT-Haus. 80 Prozent hält die Johannes Kepler Universität Linz, 20 Prozent die Upper Austrian Research GmbH des Landes Oberösterreich. Geschäftsführer ist Wolfgang Freiseisen, und das seit 2001. Im Alltag gibt es Gleitzeit und anteiliges Homeoffice, ein Buddy-System für neue Kolleginnen und Kollegen, Essensgutscheine bei Partnerlokalen, Zuschüsse für umweltfreundliche Mobilität sowie Sportangebote von Yoga bis Klettern.
Der Standort ist der Softwarepark Hagenberg, den RISC-Gründer Bruno Buchberger um 1990 als gemeinsames Areal für Universität, Fachhochschule und Softwarefirmen angelegt hat. Zur Uni Linz ist es rund eine halbe Autostunde, und die Nähe zeigt sich in Diplomarbeiten, Dissertationen und gemeinsamen Forschungsprojekten.
Softwarepark 35
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