Furth 17
4311 Schwertberg
Österreich

Ein Zierteil in der Autotür, ein Bedienfeld mit Hochglanzoberfläche: Bevor solche Kunststoffteile in Serie gehen, muss jemand das Werkzeug dafür bauen. Genau damit hat Schöfer 1990 in Schwertberg angefangen. Heute entstehen am Standort Furth beides, die Spritzgussformen und die Bauteile selbst. Über 150 Menschen arbeiten daran.
Werkzeugbau und Spritzguss sitzen bei Schöfer im selben Haus. Zuerst konstruieren und fertigen die Formenbauer das Werkzeug, dann läuft auf den Spritzgießmaschinen die Serie an, danach folgen Nachbearbeitung, Montage und Logistik. Der Schließkraftbereich am Standort Schwertberg reicht von 30 bis 2.300 Tonnen, und in einem einzigen Bauteil lassen sich bis zu vier Komponenten verarbeiten. Dazu beherrscht das Haus Verfahren wie Folienhinterspritzen, Gasinnendrucktechnik und die Verarbeitung von Organoblech. Die fertigen Teile landen vor allem in Fahrzeuginnenräumen und in der Elektronik, daneben in Möbeln, Haushaltsgeräten und der Medizintechnik.
Angefangen hat alles 1990 als Formenbau-Betrieb von Helmut Schöfer. Zwei Jahre später kam der Einstieg in die Automobilzulieferindustrie, 2001 zog die Firma auf das 1,4 Hektar große Areal in Furth, damals mit 40 Mitarbeitenden. Seit 2018 ist die Leonhard Kurz Stiftung beteiligt, ein deutscher Spezialist für Oberflächenveredelung mit mehr als 5.800 Beschäftigten an über 50 Standorten weltweit. Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das einen überschaubaren, regional verwurzelten Betrieb, der über die Gruppe an internationalen Serienprojekten hängt. Aktuelle Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Die Berufsbilder sind entsprechend technisch. In der Konstruktion entstehen die Formen am Rechner, in der Werkstatt fräsen und erodieren Werkzeugbauer die Stahleinsätze, an den Maschinen richten Verfahrenstechniker die Spritzgussprozesse ein. Daneben sucht Schöfer regelmäßig Projektmanagerinnen und Projektmanager, die Kundenprojekte von der ersten Anfrage bis zum Serienstart begleiten.
Ausgebildet wird im eigenen Haus, in der Metall- und Kunststofftechnik und seit 2023 auch in der Mechatronik. Die Wirtschaftskammer hat den Betrieb dafür mit dem ineo-Gütezeichen für vorbildliches Engagement in der Lehrlingsausbildung ausgezeichnet. Seit 2022 gibt es gemeinsam mit dem Roten Kreuz Module zu Erster Hilfe, Werten und Persönlichkeitsentwicklung, und Lehrlinge durchlaufen bewusst mehrere Abteilungen, statt nur an einem Platz zu stehen. Das OÖVV-Jugendticket zahlt die Firma. Erwachsenen Quereinsteigern steht der Weg über die Duale Akademie offen. Die Lehrstellen für September 2026 sind bereits vergeben, ab September 2027 wird wieder aufgenommen.
Qualitätsmanagement ist seit 2003 zertifiziert, das Umweltmanagement seit 2010. 2023 ging auf 4.000 Quadratmetern Dachfläche eine Photovoltaikanlage in Betrieb. Wo es die Tätigkeit zulässt, sind flexible Arbeitszeiten und Homeoffice möglich, und am Werk gibt es einen garantierten Parkplatz samt E-Ladestation.
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