Riedstraße 1
6833 Klaus
Österreich

In Klaus im Vorarlberger Rheintal entstehen Geräte, die Stromnetze weltweit vor Ausfällen schützen. b2 electronics baut Prüf- und Diagnosesysteme für Mittelspannungskabel, mit denen Netzbetreiber schwache Stellen im Kabel aufspüren, bevor daraus ein Schaden im Netz wird. Entwickelt, geprüft und gefertigt wird alles im eigenen Haus in Österreich. Kunden in mehr als 120 Ländern setzen diese Systeme ein.
Angefangen hat es 2001, als die beiden Ingenieure Stefan Baldauf und Rudolf Blank das Unternehmen gründeten und zunächst Entwicklungs- und Fertigungsaufträge für Elektronikfirmen übernahmen. 2004 kam mit dem HVA34 das erste eigene große Produkt, damals der kleinste VLF-Hipot-Tester weltweit. Daraus ist über zwei Jahrzehnte eine ganze Gerätefamilie gewachsen. Heute reichen die VLF-Prüfgeräte von 28 kV bis 200 kV, dazu kommen Systeme, die Teilentladungen und den Verlustfaktor eines Kabels messen, und Prüftechnik für Transformatorenöl. Auf der eigenen Website beschreibt sich b2 als Marktführer für kompakte und leichte Prüf- und Diagnosesysteme für Energiekabel und verweist dabei auf ein eigenes Patentportfolio. Wer hier entwickelt, arbeitet an Technik, die anderswo über die Versorgungssicherheit ganzer Regionen mitentscheidet.
International ist das Geschäft von Anfang an. Vertriebspartner in mehr als 80 Ländern bringen die Geräte zu Energieversorgern rund um den Globus, in Köln besteht seit 2012 eine eigene Tochtergesellschaft, und 2023 wurde High Voltage Diagnostics Inc. Teil der b2-Gruppe. Seit 2019 gehört b2 zur OMICRON-Gruppe, führt die eigene Marke und Organisationsstruktur aber unverändert weiter. Diese Konstellation ist für Bewerberinnen und Bewerber durchaus relevant: ein überschaubares Team mit kurzen Wegen, im Rücken eine etablierte Gruppe.
Das Wachstum lässt sich mittlerweile an Beton ablesen. Im September 2024 beschäftigte b2 nach Angaben des ORF Vorarlberg 86 Menschen an drei Standorten in Vorarlberg, Deutschland und den USA; die Firmenwebsite spricht von über 65 Mitarbeitenden mit internationalem Hintergrund. In Rankweil entsteht für rund 25 Millionen Euro ein neuer Firmensitz mit 7.200 Quadratmetern, der die bisherigen Vorarlberger Standorte zusammenführt und Platz für bis zu 140 Beschäftigte bietet. Fertig werden soll er 2027, gebaut wird nach klimaaktiv-Gold-Standard mit Photovoltaik, Grundwasserwärmepumpe und begrünten Dachflächen. Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Die Aufgaben im Haus reichen von der Elektronikentwicklung für Hochspannungsbaugruppen bis zur Prüffeldtechnik, in der jedes Gerät vor der Auslieferung auf den Prüfstand kommt. Im technischen Vertriebsinnendienst wiederum sitzen Leute, die Netzbetreibern in aller Welt erklären, welches Messverfahren zu ihrem Kabelbestand passt. Für den Einstieg gibt es Praktika, Studentenprogramme und die Möglichkeit, Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeiten im Betrieb zu schreiben. Ausgebildet wird auch selbst: Elektronikerinnen und Elektroniker in dreieinhalb Jahren, IT-Systemtechnik in vier Jahren, entlohnt nach dem Kollektivvertrag der Metallgewerbe. Zehn Lehrlinge haben ihre Ausbildung bei b2 bereits abgeschlossen, und 2023 zeichnete die Wirtschaftskammer das Unternehmen als ausgezeichneten Lehrbetrieb aus.
Riedstraße 1
6833 Klaus
Österreich