Johann-Sebastian-Bach-Gasse 1
8010 Graz
Österreich

In fast jedem modernen Traktor, Bagger oder Mähdrescher arbeitet ein Luftkompressor aus Graz. Er federt den Fahrersitz und hält ihn ruhig, wenn der Untergrund holprig wird. Gebaut wird er bei VENTREX Automotive, wo rund 140 Menschen Ventiltechnik entwickeln, testen und fertigen. Bei diesen pneumatischen Sitzkompressoren hält das Unternehmen einen weltweiten Marktanteil von rund 90 Prozent.
Ventile wirken unscheinbar. Ohne sie läuft trotzdem kein Antrieb und keine Klimaanlage. VENTREX entwickelt und produziert genau das: Ventiltechnik für Fahrzeugklimaanlagen und für alternative Antriebe, dazu Kompressoren für pneumatische Anwendungen. Pro Jahr verlassen rund 30 Millionen Ventileinsätze für Klimaanlagen und knapp eine Million Luftkompressoren den Standort in der Johann-Sebastian-Bach-Gasse; verarbeitet werden dafür etwa 280 Tonnen Aluminium und 600 Tonnen Messing (Unternehmensangabe, Juni 2024). Die Exportquote liegt bei 99 Prozent, etwa 70 Prozent davon gehen in EU-Länder. Zu den Kunden zählen Autohersteller wie BMW und Porsche, dazu große Zulieferer wie Magna und Mahle.
Angefangen hat alles 1949 mit Rudolf Adam und Ventilen für Luftreifen. 1992 übernahm Christian Planegger den Betrieb, benannte ihn in VENTREX um und richtete ihn auf die Automobilindustrie aus. Seit 2015 gehört das Unternehmen zum niederländischen Technologiekonzern Aalberts, gefertigt wird weiterhin in Graz. Zum 75-Jahr-Jubiläum überreichte Landeshauptmann Christopher Drexler im Juni 2024 das Steirische Landeswappen.
An den weitgehend automatisierten Montagelinien stehen Mechatronikerinnen und Facharbeiter, im „R&D LOFT“ auf dem Dach der Zentrale entwickeln Ingenieurinnen und Ingenieure neue Ventilgenerationen bis zur Marktreife. Kundinnen und Kunden sitzen dort von Beginn an mit am Tisch. Zwei Themen treiben die Entwicklung derzeit besonders: Ventile für Wasserstoffantriebe und Ventile für effizientere Wärmepumpen in Elektroautos, etwa in der ID-Baureihe von VW.
Ausbildung hat in Graz Gewicht. VENTREX bildet Lehrlinge in Metalltechnik und Mechatronik aus und ist bei der Wirtschaftskammer als Lehrbetrieb eingetragen; die Geschäftsführung verweist darauf, dass Lehrlinge und Meister des Hauses jedes Jahr unter den Gewinnerinnen und Gewinnern des Stars-of-Styria-Awards sind. Für die Belegschaft gibt es die VENTREX Academy mit Trainings von Produkt- und Technikwissen bis zu Team- und Führungsthemen. Studierende kommen über Praktika, Werkstudentenstellen und Abschlussarbeiten ins Haus. Zuletzt suchte das Unternehmen unter anderem einen Mechatronics Engineer, einen AI-Consultant und einen Business Developer für den Bereich Aerospace.
Wie viele Beschäftigte außerhalb Österreichs für VENTREX arbeiten, weist das Unternehmen öffentlich nicht aus; die rund 140 beziehen sich auf den Grazer Standort. Qualitäts- und Umweltmanagement laufen nach IATF 16949 und ISO 14001. Bis 2040 will VENTREX CO2-neutral arbeiten.
Johann-Sebastian-Bach-Gasse 1
8010 Graz
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