Treietstr. 10
6833 Klaus
Österreich

Ein Auto wird nicht von selbst leise. Im vorarlbergischen Klaus entstehen die Bauteile, die Motorgeräusche dämpfen, Hitze vom Abgasstrang fernhalten und dabei möglichst wenig wiegen. Konstruiert wird hier, Werkzeuge werden gebaut, Muster gepresst und so lange geprüft, bis ein Teil serienreif ist und in Fahrzeugen großer Hersteller landet. Der Standort gehört zur Carcoustics-Gruppe, die mit rund 2.600 Beschäftigten auf drei Kontinenten entwickelt und fertigt.
Zwei Fertigungsverfahren prägen die Arbeit in Klaus. Beim Thermoformen werden Kunststoffplatten erwärmt und in Form gezogen, beim Aluminiumumformen presst man dünne Bleche zu Hitzeschilden. Klingt simpel. Bei den Toleranzen, die ein Autohersteller vorgibt, ist es das nicht, und genau deshalb sitzt das Wissen dazu in Klaus in einem eigenen Entwicklungsteam.
Bis 2023 lief am Standort auch die Serienfertigung. Die Stückzahlen liegen seither in den Konzernwerken in Senec und Wrocław, während Produkt- und Prozessentwicklung, Musterbau und die unterstützenden Bereiche in Vorarlberg blieben, nach damaligen Angaben rund 90 Arbeitsplätze (ORF Vorarlberg, 13.12.2022). Für die tägliche Arbeit macht das einen Unterschied: Wer hier anfängt, begleitet ein Bauteil vom Entwurf bis zur Freigabe, statt eine laufende Linie zu betreuen. Die passenden Werkzeuge entstehen im Haus. Aktuell sucht Klaus dafür einen Konstrukteur für den Werkzeugbau und einen Anwendungstechniker, zuletzt waren außerdem Messtechnik, Spritzguss-Engineering und eine technische Werkstudentenstelle ausgeschrieben.
Hinter dem Standort steht eine Gruppe mit langer Geschichte. Angefangen hat sie 1952 als Illbruck im Rheinland, seit 2001 trägt sie den Namen Carcoustics, seit 2016 gehört sie zur chinesischen Dare-Gruppe. Heute sind es 16 Standorte in neun Ländern mit Zentrale in Leverkusen, Schwesterwerke stehen unter anderem in Spanien, Mexiko und China. Die Entwicklungszentren in Europa, Amerika und Asien arbeiten zusammen, entsprechend laufen Projekte häufig über Ländergrenzen hinweg. Zum Portfolio zählen inzwischen auch Bauteile für Elektrofahrzeuge.
Einsteigen kann man auch ohne fertigen Ingenieurstitel. Die Gruppe vergibt Praktika, Werkstudentenstellen und Abschlussarbeiten und beschreibt den Wissenstransfer zwischen erfahrenen und jungen Kolleginnen und Kollegen mit dem eigenen Motto "Alte Hasen und Junge Wilde". Wer bereits im Beruf steht, findet Einstiege nicht nur in der Technik, sondern etwa auch im Einkauf oder im Vertrieb. Am Standort selbst gibt es eine Kantine, einen Betriebsarzt, Radservice und eine Ladestation fürs E-Auto. Eine aktuelle Beschäftigtenzahl für die österreichische Gesellschaft veröffentlicht das Unternehmen nicht. Gearbeitet wird an der Treietstraße 10 in Klaus, keine zwanzig Autominuten von Feldkirch und Dornbirn.
Treietstr. 10
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