

Rund 1,6 Millionen Ärztinnen, Zahnärzte und Apotheker in 60 Ländern arbeiten mit Software von CompuGroup Medical. Das Unternehmen aus Koblenz baut die Systeme, in denen eine Praxis ihre Patientenakten führt, ein Krankenhaus seine Stationen und Labore organisiert und eine Apotheke Rezepte abrechnet. Angefangen hat das 1987, als der Informatiker Frank Gotthardt gemeinsam mit vier Zahnärzten eine kleine Firma für Zahnarztsoftware gründete. 2025 lag der Umsatz der Gruppe bei 1,213 Milliarden Euro.
Das größte Geschäft läuft bis heute mit Arztpraxen. Dort steht die Software, in der Diagnosen, Verordnungen und Abrechnungen zusammenlaufen. Am kräftigsten gewachsen ist zuletzt der Krankenhausbereich mit zehn Prozent organischem Plus im Jahr 2025, das Apothekengeschäft legte im selben Zeitraum um sieben Prozent zu.
Eigene Standorte unterhält die Gruppe in 19 Ländern, verkauft wird in 60. Für die Arbeit heißt das ganz praktisch, dass Produkte selten nur für einen Markt entstehen: Abrechnungsregeln, Datenschutzvorgaben und Verordnungswege unterscheiden sich von Land zu Land erheblich, und genau das muss in der Software abgebildet werden.
Im Jahresschnitt 2025 beschäftigte CGM 8.723 Menschen. Viele davon schreiben Code oder verantworten Produkte, andere begleiten Praxen und Kliniken bei der Umstellung auf neue Systeme, wieder andere sitzen im Support und helfen, wenn in einer Apotheke die Kasse klemmt. Wie viele Beschäftigte am Hauptsitz in Koblenz arbeiten, weist das Unternehmen nicht gesondert aus.
Wer früh einsteigen möchte, findet in Koblenz eigene Ausbildungsplätze, etwa zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung oder für Systemintegration. Gemeinsam mit der Hochschule Koblenz bietet CGM zudem einen dualen Bachelor Software Engineering (Healthcare) an, der Studium und Arbeit im Unternehmen verbindet. Für die deutschen Standorte nennt das Unternehmen ein hybrides Arbeitsmodell mit flexiblen Arbeitszeiten. Weiterbildung läuft unter anderem über Udemy und LinkedIn Learning, dazu kommen betriebliche Altersvorsorge und Bike-Leasing.
An der Spitze steht seit September 2024 Prof. Dr. med. Daniel Gotthardt, Mediziner und Sohn des Gründers. Seit Juni 2025 ist das Unternehmen nicht mehr börsennotiert: Die Familie Gotthardt hält gut 50 Prozent der Anteile, der Investor CVC rund 28 Prozent. Entwickelt wird weiter von Koblenz aus, wo 1987 alles anfing.
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