Auf der Aue 11 11
8551 Wies
Österreich

Lüfter und Ventile sind kleine Bauteile. In modernen Fahrzeugen entscheiden sie trotzdem mit darüber, ob Kühlung, Abgasführung und Klimatisierung sauber funktionieren. Genau solche mechatronischen Komponenten entwickelt und produziert MSG Mechatronic Systems in der Weststeiermark, seit der Gründung im Jahr 2005. Heute arbeiten dort nach Unternehmensangaben über 400 Menschen in rund 35 verschiedenen Berufen.
Der Firmensitz liegt in Wies im Bezirk Deutschlandsberg, dort stehen Produktion, Lager und Entwicklung an einem Standort. Ein zweites Werk in Hörmsdorf ist das Kompetenzzentrum für Zerspanungstechnik, ein drittes in Eibiswald ging nach einer Investition von rund 20 Millionen Euro Anfang 2025 in Betrieb; die Wirtschaftskammer Steiermark berichtete im Juni 2024 von etwa 40 zusätzlichen Arbeitsplätzen in Entwicklung und Produktion, die dort schrittweise entstehen. Für eine Gemeinde dieser Größe ist das eine bemerkenswerte Ansage. Gebaut wird also weiter, und zwar in Österreich.
Die Produkte gehen an die Automobilindustrie. Aktuatoren, Ventiltechnik und Thermomanagement bilden den Kern, gebündelt in den Lösungslinien driveTEQ, thermalTEQ und comfortTEQ. "Unsere Produkte, wie Lüfter oder Ventile, sind klein, aber haben eine große Wirkung", brachte es der damalige CCO Martin Kollmann gegenüber der WKO Steiermark auf den Punkt. Wer hier anfängt, arbeitet an Teilen, die millionenfach in Serie gehen und im Fahrzeug keine Fehlertoleranz haben. Entsprechend hoch ist der Automatisierungsgrad in der Fertigung, inklusive durchgängiger Rückverfolgbarkeit. Beim Ausbau der Lagerautomatisierung setzt MSG seit 2010 auf den steirischen Nachbarn KNAPP.
Die Berufsbilder reichen von der Werkbank bis ins Labor. In Hörmsdorf laufen CNC-Dreh- und Fräsmaschinen, für die das Unternehmen laufend Zerspanungstechnikerinnen und Anlagentechniker sucht, während in Wies Entwicklung, Konstruktion und Erprobung sitzen. Prototypen werden voll funktionsfähig aufgebaut und getestet, bevor sie in Serie gehen.
International ist MSG dort, wo die Autoindustrie ist. In Jiaxing besteht seit 2013 ein Joint Venture mit dem chinesischen Partner Keboda, 2025 kam die MSG Americas, Inc. in den USA dazu, und für die kommenden Jahre ist eine eigene Fertigung an der US-Ostküste angekündigt. Wer in Entwicklung oder Projektmanagement einsteigt, arbeitet damit von der Weststeiermark aus in einem Umfeld, das über Europa hinausreicht.
Den Nachwuchs bildet das Unternehmen selbst aus. Es gibt eine Lehrlingsausbildung mit Begleitung durch erfahrene Fachkräfte, berufsbegleitende Studienmodelle und die Möglichkeit, eine Diplomarbeit im Betrieb zu schreiben. Auf der Karriereseite nennt MSG unter anderem Gleitzeit, eine betriebliche Altersvorsorge, ein gestütztes Öffi-Ticket, JobRad-Leasing und ein Mittagessensangebot; Homeoffice ist je nach Funktion möglich. Bewerbungen werden laut Unternehmen in der Regel binnen vier Wochen beantwortet.
Auffällig ist, wie konsequent der Standort beim Energiethema vorgeht. Seit 2023 kommt in der Produktion kein Erdgas mehr zum Einsatz, eine Photovoltaikanlage mit 1.300 kWp deckt nach Firmenangaben rund 85 Prozent des Jahresenergiebedarfs und spart jährlich etwa 400 Tonnen CO2. Zu Umsatz und Eigentümerstruktur veröffentlicht das Unternehmen selbst wenig; im Firmenbuch ist die GmbH mit Sitz in Wies eingetragen, geführt wird sie von DI Ewald Lampl und Ing. Fritz Kobald.
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