Doktorand (m/w/d): Agentische Modernisierung von Legacy-Unternehmenssystemen

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Doktorand (m/w/d): Agentische Modernisierung von Legacy-Unternehmenssystemen

01.08.2026, Wissenschaftliches Personal

Industriepromotionsstelle zur agentischen Modernisierung von Legacy-Unternehmenssystemen. Anstellung bei der AUDI AG in Ingolstadt, Betreuung an der TUM Heilbronn. Die Forschung untersucht, wie Coding-Agenten alte COBOL- und Java-Systeme so transformieren können, dass das Vorgehen spezifikationsgetrieben, nachvollziehbar und verifizierbar genug für die Governance-Anforderungen von Unternehmen ist. Beginn 01.10. oder 01.11.2026, Bewerbungen an recruitment@seai.cit.tum.de.

Arbeitgeber: AUDI AG, Ingolstadt
Akademischer Partner: Technische Universität München, Campus Heilbronn, Lehrstuhl für Software Engineering & KI
Dauer 3 Jahre
Beginn 01.10.2026 oder 01.11.2026

Es handelt sich um eine Industriepromotion. Sie sind bei der AUDI AG angestellt und werden wissenschaftlich an der TUM betreut, wo auch der Doktorgrad verliehen wird. Die Stelle verbindet den Zugang zu produktiven Unternehmenssystemen mit der Freiheit und der Zeit, begutachtete Forschung zu publizieren.

Forschungsschwerpunkt

Große Unternehmenssysteme laufen nach wie vor auf jahrzehntealten Codebasen, deren Dokumentation veraltet ist, deren Spezifikationen nur implizit im Code existieren und deren Ausfall unmittelbare geschäftliche Konsequenzen hat. Generative KI und agentische Coding-Werkzeuge versprechen, die Modernisierung solcher Systeme zu beschleunigen, doch die derzeitige Praxis ist weitgehend ad hoc: Transformationen sind weder auf eine Spezifikation rückführbar noch gegen das Verhalten des ursprünglichen Systems verifizierbar, was sie unter den Governance-Anforderungen von Unternehmen unbrauchbar macht.

Diese Stelle untersucht, wie Modernisierung stattdessen spezifikationsgetrieben, nachvollziehbar und verifizierbar gestaltet werden kann, indem deterministische Programmanalyse mit agentischen KI-Komponenten kombiniert wird. Die Arbeit ist in realen Legacy-Systemen verankert, überwiegend COBOL und Java, beginnend mit kleineren Modernisierungsszenarien und fortschreitend zu größeren monolithischen Anwendungen.

Forschungsfragen

Ihre Promotionsarbeit befasst sich mit Fragen wie:

  • Wie können Spezifikationen aus Legacy-Artefakten (Quellcode, Tests, Konfiguration, Laufzeit-Traces, implizitem Erfahrungswissen) wiedergewonnen werden, wenn Dokumentation fehlt oder unzuverlässig ist? Welche Form sollten solche Spezifikationen haben, um sowohl maschinell verarbeitbar als auch von Menschen prüfbar zu sein?
  • Welche agentischen Orchestrierungsstrategien skalieren auf Systeme, die jedes Kontextfenster übersteigen? Wie sollten deterministische Analyse (statische Analyse, Typinformationen, Abhängigkeitsgraphen, Testgenerierung) und LLM-Komponenten aufgeteilt und kombiniert werden?
  • Wie kann Nachvollziehbarkeit über Legacy-Artefakt, wiedergewonnene Spezifikation und generierten Zielcode hinweg aufrechterhalten werden, sodass jede Transformationsentscheidung im Nachhinein auditierbar ist?
  • Welche Verifikations- und Governance-Mechanismen machen agentische Modernisierung in regulierten, geschäftskritischen Umgebungen akzeptabel? Welche Rolle spielen differenzielles Testen, Contracts und ausführbare Spezifikationen?
  • Wie evaluieren wir solche Systeme wissenschaftlich? Welche Benchmarks, Baselines, Ablationen und Fehlermodus-Taxonomien unterscheiden generalisierbare Beiträge von ingenieurtechnischem Fortschritt?
  • Wie wird das in einem Legacy-System eingebettete Domänenwissen während der Modernisierung bewahrt, statt stillschweigend verworfen zu werden?

Es wird nicht erwartet, dass Sie alle diese Fragen beantworten. Sie zu einer kohärenten Dissertation zuzuspitzen ist Teil der Arbeit.

Ihre Qualifikationen

Erforderlich

  • Ein sehr guter Masterabschluss in Informatik, Software Engineering, KI oder einem eng verwandten Fach
  • Solide Grundlagen in Softwarearchitektur, Softwareevolution, Testen und Debugging sowie die Fähigkeit, systematisch über nichttriviale Systeme nachzudenken
  • Gute Programmierkenntnisse in mindestens einer modernen Sprache (z. B. Python, Java, C++, C#, Go, Rust, Kotlin) sowie Erfahrung mit Versionsverwaltung, automatisiertem Testen und Build-Systemen
  • Nachweis von Forschungspotenzial, etwa durch die Masterarbeit, Forschungsprojekte, Publikationen, Open-Source-Beiträge oder technisch anspruchsvolle Softwareprojekte
  • Bereitschaft, reproduzierbare Experimente, Benchmarks, Baselines und Evaluationsmetriken zu entwerfen und sich kritisch mit der wissenschaftlichen Literatur auseinanderzusetzen
  • Fähigkeit, Grenzen, Fehlermodi und Reproduzierbarkeit KI-gestützter Software-Engineering-Systeme kritisch zu bewerten
  • Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift. Deutschkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht erforderlich.

Von Vorteil

  • Interesse an Legacy-Modernisierung, Reverse Engineering und Architekturtransformation
  • Vorerfahrung mit COBOL, Mainframes, Transaktionsverarbeitung oder Unternehmensanwendungen
  • Praktische Erfahrung mit LLMs und KI-gestützter Softwareentwicklung, einschließlich Coding-Agenten wie Claude Code, Codex, Cursor, GitHub Copilot oder Gemini CLI
  • Erfahrung mit APIs, Datenbanken, Containern, verteilten Systemen oder Cloud-nativer Entwicklung
  • Erfahrung in der Entwicklung großer Softwaresysteme

Es wird nicht erwartet, dass Bewerberinnen und Bewerber alle genannten Bereiche abdecken. Wir freuen uns besonders über Bewerbungen mit ausgeprägter Tiefe in einem relevanten Feld, etwa Programmanalyse, Softwaretesten, KI für Software Engineering, Compilerbau, Softwarearchitektur oder agentischen Systemen, verbunden mit der Fähigkeit, sich während der Promotion in angrenzende Bereiche einzuarbeiten.

Was wir bieten

Wir bieten Ihnen ein spannendes und herausforderndes Projekt in einem dynamischen und kollaborativen Forschungsumfeld, unmittelbar an der Schnittstelle von aktueller KI-Forschung und realem Enterprise Software Engineering. Der Zugang zu produktiven Legacy-Systemen, Fachexperten, Architekten und Governance-Teams ist durch unsere Industriekooperationen sichergestellt, was der Arbeit sowohl unmittelbare Praxisrelevanz als auch wissenschaftliche Neuheit verleiht. Die Anstellung erfolgt bei der AUDI AG nach deren Tarifvertrag. Wissenschaftliche Betreuung an der TUM, industrielle Betreuung bei Audi, wobei beide Seiten das Setup gemeinsam abgestimmt haben.

Standort

Hauptarbeitsort ist Ingolstadt, mit regelmäßiger Präsenz am TUM-Lehrstuhl in Heilbronn.

Bewerbungen

Bitte senden Sie einen Lebenslauf, ein Anschreiben, das Ihre Forschungsinteressen und Ihre Motivation erläutert, eine kurze Zusammenfassung Ihrer bisherigen Berufserfahrung, relevante Zeugnisse und Notenübersichten sowie Kontaktdaten von mindestens zwei Referenzpersonen an recruitment@seai.cit.tum.de. Bewerbungen werden fortlaufend geprüft, bis die Stelle besetzt ist.

Die Stelle ist für die Besetzung mit schwerbehinderten Menschen geeignet. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei ansonsten im wesentlichen gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt eingestellt.

Hinweis zum Datenschutz:
Im Rahmen Ihrer Bewerbung um eine Stelle an der Technischen Universität München (TUM) übermitteln Sie personenbezogene Daten. Beachten Sie bitte hierzu unsere Datenschutzhinweise gemäß Art. 13 Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zur Erhebung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Rahmen Ihrer Bewerbung. Durch die Übermittlung Ihrer Bewerbung bestätigen Sie, dass Sie die Datenschutzhinweise der TUM zur Kenntnis genommen haben.

Kontakt: recruitment@seai.cit.tum.de

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Fast 52.000 Studierende waren im Wintersemester 2025/26 an der Technischen Universität München eingeschrieben. Rund 12.850 Menschen arbeiten für die Universität, und nur ein Teil von ihnen forscht und lehrt. Genauso gebraucht werden technische Fachkräfte an den Laboranlagen in Garching und Verwaltungsleute am Stammgelände in der Münchner Arcisstraße. Angefangen hat das Ganze 1868, als König Ludwig II. eine Polytechnische Schule gründete.

Die TUM ist eine staatliche Universität des Freistaats Bayern, rechtlich eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in München. Ihre Schwerpunkte liegen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften, in Informatik, Medizin, Life Sciences und Management. 177 Studiengänge stehen im Programm. 45 Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland, aus rund 140 Ländern, und auch knapp ein Viertel der rund 700 Professuren ist international besetzt. Wer hier arbeitet, hat Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, das ist Alltag und keine Sonntagsrede.

Gearbeitet wird an mehreren Orten. Der größte Campus liegt in Garching nördlich von München, wo Physik, Chemie, Maschinenwesen und Informatik zusammenkommen. In Freising-Weihenstephan drehen sich Forschung und Lehre um Ernährung, Landnutzung und Biotechnologie, in Straubing um Bioökonomie, in Heilbronn um Management und Technik. Luft- und Raumfahrt sitzt in Ottobrunn-Taufkirchen. Dazu betreibt die Universität Forschungsstationen bis hinauf auf die Zugspitze und mit TUM Asia einen eigenen Standort in Singapur. Zur Medizin gehört das Klinikum rechts der Isar, das im Haushalt der Universität allerdings getrennt ausgewiesen wird.

Die finanzielle Basis ist breit: 2024 lag das Gesamtbudget bei 2,171 Milliarden Euro, davon 544 Millionen Euro Drittmittel. 19 Nobelpreise gingen seit 1927 an Forschende und Alumni der TUM. In der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern wurde sie 2006, 2012, 2019 und zuletzt 2026 ausgezeichnet, viermal in Folge.

Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das konkret: Stellen gibt es in Forschung und Lehre, im Wissenschaftsmanagement, in der Verwaltung und in der Technik. Junge Wissenschaftlerinnen können über den TUM Faculty Tenure Track auf eine Professur zusteuern. Und wer noch am Anfang steht, findet über 20 Ausbildungsberufe an der Universität. Die TUM ist als familiengerechte Hochschule zertifiziert und hat die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Geleitet wird sie von Präsident Prof. Dr. Thomas F. Hofmann, der 2025 für weitere sechs Jahre wiedergewählt wurde.

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