Technikerstraße 1
7442 Judenburg
Österreich
In Hochstraß im Mittelburgenland entstehen Elektronikbaugruppen, die später in Autos, in Industrieanlagen und in Medizingeräten ihren Dienst tun. Gebaut werden sie von BECOM Electronics. Das Unternehmen startete 1984 mit 15 Beschäftigten und zählt heute rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Standorten in Europa, Asien und Nordamerika. Geführt wird es von der Familie Bock, in zweiter Generation.
BECOM ist ein EMS-Dienstleister, und das lässt sich einfach erklären: Andere Firmen haben eine Produktidee, BECOM entwickelt die Elektronik dazu, prüft sie und fertigt sie in Serie. Bestückte Leiterplatten. Komplette Steuergeräte. Baugruppen, die vor der Auslieferung durch die Testkammer gehen. Die Auftraggeber kommen vor allem aus der Automobilindustrie, der Industrieelektronik und der Medizintechnik. Wer hier arbeitet, hat es deshalb selten nur mit einem einzigen Produkt zu tun.
Hochstraß ist Konzernzentrale und Werk in einem. Produktion, Entwicklung und Validierung sitzen am selben Ort, samt eigener Labore für EMV- und Umweltsimulation: Dort wird eine Baugruppe so lange Hitze, Kälte und elektromagnetischen Störungen ausgesetzt, bis klar ist, ob sie im Feld durchhält. In Wien arbeitet ein Team an 3D-Sensorik, hervorgegangen aus der 2016 übernommenen Bluetechnix. Es baut Time-of-Flight-Kameras, die Entfernungen messen statt bloß Bilder aufzunehmen. Dazu kommen Standorte in Ungarn, Deutschland, China und den USA.
Die Anfänge lagen bei der öffentlichen Hand: BECOM begann als Tochter des Energieversorgers BEWAG, ursprünglich als Burgenländische Elektronik- und Kommunikationssysteme, und nahm 1985 die Produktion auf, anfangs mit Mobiltelefonen. 2011 trennte sich die BEWAG von der Beteiligung, seither führt die Familie Bock das Unternehmen. Der Umsatz liegt laut eigenen Angaben bei über 100 Millionen Euro, der Rekordwert von 106 Millionen stammt aus 2018. Laufend aktualisierte Geschäftszahlen veröffentlicht die Firma nicht.
Entwicklung und Fertigung liegen unter einem Dach. Deshalb sitzen Hardware- und Softwareentwickler hier nicht weit von den Prozesstechnikerinnen entfernt, und an der Bestückungslinie wie in der Qualitätsprüfung begleiten Beschäftigte die Produkte bis zur Auslieferung. Fünf Prozent des Umsatzes fließen nach Unternehmensangaben in Forschung und Entwicklung. Allein in Österreich beschäftigt die Gesellschaft rund 350 Menschen. Flexible Arbeitszeiten gehören zum Alltag, Homeoffice dort, wo die Tätigkeit es zulässt.
Ausgebildet wird im eigenen Haus, die WKO führt BECOM als Lehrbetrieb. Wer die Lehre Elektronik macht, kann sie mit der Matura kombinieren, wird von einem Lehrlingscoaching begleitet und geht über ein Austauschprogramm zeitweise zu Partnerbetrieben; die Lehrstelle für den Start im September 2026 war Anfang 2026 mit 1.223,53 Euro brutto im ersten Lehrjahr ausgeschrieben. Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann nannte das Unternehmen im Oktober 2025 einen Leuchtturm für Technologie, Ausbildung und Stabilität. Im selben Jahr wurden Johannes und Roman Bock beim Entrepreneur Of The Year in der Kategorie Innovation & Hightech ausgezeichnet.
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