In der Schörihub 28
4810 Gmunden
Österreich

Im Restaurantbereich der Elbphilharmonie in Hamburg stehen Kühlgeräte aus Gmunden. Am Flughafen Antalya auch, bei Migros in Zürich ebenso, und im Musiktheater Linz steht eine Getränketheke von hier. Gebaut hat sie IDEAL Kältetechnik, ein Betrieb, den es seit 1945 im Salzkammergut gibt. Mehr als 300 Menschen arbeiten heute an den beiden Produktionsstandorten.
Was in Gmunden entsteht, kennt fast jeder aus dem Alltag, ohne den Hersteller zu kennen: die Kühlvitrine beim Bäcker, das Kühlpult in der Großküche, die Theke hinter der Bar. Fast immer Edelstahl. Fast immer eine Sonderanfertigung, gebaut für einen einzigen Raum und einen einzigen Kunden. Angefangen hat das 1945 als Herzog Kühlung, 1998 kam mit der AKE Ausseer Kälte- und Edelstahltechnik ein zweiter Betrieb in Bad Mitterndorf dazu, und seit 2012 treten die beiden gemeinsam unter der Marke IDEAL AKE auf.
Wer hier anfängt, landet je nach Beruf in sehr unterschiedlichen Räumen. Blechtechnikerinnen kanten und schweißen in der Fertigung Edelstahl. Ein paar Türen weiter zeichnet ein Konstrukteur am CAD eine Theke, die es in dieser Form noch nicht gab. Und Kältetechniker fahren zum Kunden hinaus und nehmen die fertige Anlage in Betrieb. Fünf Lehrberufe bildet das Unternehmen selbst aus, darunter Mechatronik, Konstruktion und Kältetechnik, mit Lehrzeiten zwischen drei und vier Jahren und Lehrlingsentschädigung nach Kollektivvertrag.
Seit März 2022 hält der deutsche Großhändler NordCap die Mehrheit an beiden österreichischen Gesellschaften. Vorher war NordCap jahrelang der größte Kunde gewesen. Beide Standorte blieben bestehen, die Marke ebenfalls, dazu kam ein Vertriebsnetz, das weit über Österreich hinausgeht. Die Referenzliste reicht von Salzburg und Linz über Hamburg, Frankfurt und Zürich bis in die Niederlande, nach Belgien und in die Türkei. Wie viel Umsatz dahintersteckt, hält das Haus für sich; veröffentlichte Zahlen dazu gibt es nicht.
2024 flossen rund zwei Millionen Euro in den Standort. Eine neue Betriebskantine gehört dazu, neue Sozialräume und eine modernisierte Produktionshalle. Essen gibt es dort mit Zuschuss. Eine Betriebsärztin kümmert sich um die Gesundheitsvorsorge, es gibt ein Firmenradl-Modell, geförderte Zukunftsvorsorge, Team-Ausflüge und Zuschüsse zur Weiterbildung.
Beim eigenen Energieverbrauch rechnet die Firma öffentlich vor, was sie getan hat: Wärmerückgewinnung ab 2010, eine Biomasseheizung ab 2012, die Umstellung auf LED ab 2015. Zusammen mehr als 1.500 Tonnen CO2, die nach eigenen Angaben so nicht angefallen sind. Das österreichische Staatswappen darf das Unternehmen seit 2001 führen.
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