Langwiesen 7
4209 Engerwitzdorf
Österreich

In Engerwitzdorf nordöstlich von Linz entstehen Sensoren, die Feuchte, CO₂ und Luftströmungen messen. Eingebaut werden sie in Klimaanlagen, in Reinräumen der Pharmaindustrie und in U-Bahn-Stationen. Entwickelt und gefertigt wird alles an diesem einen Standort, und das seit 1979. Fast die gesamte Produktion geht danach ins Ausland.
E+E Elektronik baut Messtechnik für Dinge, die man nicht sieht. Wie feucht die Luft in einem Serverraum ist, wie schnell sie durch einen Lüftungskanal strömt, wie viel CO₂ sich in einem Klassenzimmer sammelt: dafür braucht es Sensoren, und die kommen oft aus Oberösterreich. Zu den Kunden zählen Disney-Freizeitparks, chinesische U-Bahn-Betreiber und der Elektronikfertiger Foxconn. Weit über 90 Prozent der Produktion gehen in den Export.
Die Fertigungstiefe ist ungewöhnlich hoch. Die Dünnschicht-Sensorelemente entstehen im hauseigenen Reinraum, geprüft wird im eigenen Kalibrierlabor, das nach EN ISO/IEC 17025 akkreditiert ist. Das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen hat E+E als benanntes Institut damit betraut, die österreichischen Normale für Feuchte, Taupunkt, Luftgeschwindigkeit und CO₂-Konzentration zu bewahren. Die Referenzwerte, an denen sich Feuchtemessungen im Land orientieren, werden also hier gepflegt. Nach ISO 9001 arbeitet der Betrieb übrigens schon seit 1993, nach der Automobilnorm IATF 16949 seit 2018.
Eigentümerin ist die deutsche DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH, ein Schwergewicht der Messtechnik. Eigene Niederlassungen unterhält E+E in sieben Ländern, unter anderem in China, Indien und den USA, dazu kommen Vertriebspartner in mehr als 60 Ländern. Schon 2021 zählte das Unternehmen über 400 Beschäftigte, der Großteil davon in Engerwitzdorf, weil Entwicklung und Produktion vollständig dort sitzen. Der Kundenkreis ist weltweit, gearbeitet wird im Mühlviertel.
Entsprechend breit sind die Berufsbilder im Haus. In der Entwicklung tüfteln Elektronikerinnen und Softwareentwickler an neuen Sensorelementen, in der Fertigung betreuen Prozesstechniker die Anlagen im Reinraum. Dazu kommen Produktmanagement und Export, wo der Kontakt zu den Partnern in Übersee gehalten wird. Nachwuchs bildet E+E selbst aus, drei Jahre Lehre zur Bürokauffrau oder zum Bürokaufmann und dreieinhalb Jahre in der angewandten Elektronik. Wer lieber studiert und dabei arbeitet, kann das dual mit der FH Oberösterreich tun, in Wels oder in Hagenberg. Für Quereinsteiger läuft ein eigenes Programm namens Qualitech, zweieinhalb Jahre lang und auf Firmenkosten.
Vom Arbeitsalltag ist einiges öffentlich beschrieben. Die Kantine kocht von Montag bis Donnerstag drei warme Gerichte, die Gleitzeit reicht von fünf Uhr früh bis acht Uhr abends, eine Vollzeitwoche hat 37,7 Stunden. Betriebsarzt und Arbeitspsychologin kommen ins Haus, dazu gibt es Massage, Yoga und einen Kletterkurs. Aktuelle Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Wer mit dem Rad kommt oder eine Fahrgemeinschaft bildet, bekommt das vom Arbeitgeber vergütet.
Langwiesen 7
4209 Engerwitzdorf
Österreich