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Österreich

Prüfstände bauen, auf denen E-Motoren, Wechselrichter oder Kunststoffteile beweisen müssen, dass sie halten: Das ist das Geschäft von AUTFORCE Automations GmbH. Seit dem Jahr 2000 entwickelt das Unternehmen in Lebring in der Südsteiermark automatisierte Prüfsysteme und die Software dazu. Rund 60 Menschen arbeiten hier. Auf der Kundenliste stehen Magna Powertrain, ZF, Siemens Energy und Fresenius Kabi.
Die Aufgabe ist immer ähnlich und trotzdem jedes Mal neu. Ein Hersteller braucht die Sicherheit, dass jedes Teil, das seine Fertigung verlässt, funktioniert. AUTFORCE baut die Maschine, die das prüft: einen Prüfstand für Wechselrichter, eine Zelle, die E-Motoren unter Last vermisst, oder eine Anlage, die Behälter optisch kontrolliert. Konstruktion, Fertigung, Steuerungstechnik und Software kommen aus dem eigenen Haus. Dazu gehört autfactory, eine webbasierte Industriesoftware, die Daten aus Produktionsanlagen und Prüfständen sichtbar macht.
Begonnen hat das Unternehmen 2000 als Softwarehaus, gegründet von Oliver Hohnhold und Christian Herzog. Schon 2001 lief das erste Projekt außerhalb Europas, in Mexiko. Heute liefert AUTFORCE komplette Maschinen. Diesen Wandel vom Softwarelieferanten zum Maschinenbauer beschreibt die Geschäftsführung selbst als den entscheidenden Schritt; laut einem Bericht der Wirtschaftszeit vom September 2024 lag der Umsatz damals bei 7,3 Millionen Euro, bei etwa 25 Prozent Wachstum pro Jahr. Rund 60 Prozent davon kamen aus der Automobilindustrie, der Rest aus Luftfahrt, Medizintechnik, Intralogistik, Photovoltaik und Lebensmittelhandel.
Gewachsen ist auch das Haus selbst. 2020 zog das Unternehmen in ein neues Firmengebäude mit eigenem Prüflabor, 2025 wurde die Montagehalle erweitert; im Zuge des Ausbaus entstanden 1.000 Quadratmeter Bürofläche und 400 Quadratmeter Produktionsfläche. Ein zweiter Standort liegt in Weiler-Simmerberg im Allgäu, betrieben von der AUTFORCE Germany GmbH. 2014 kam die AUTFORCE Vision Systems GmbH für industrielle Bildverarbeitung dazu.
Wer hier arbeitet, arbeitet an anspruchsvoller Steuerungstechnik. AUTFORCE ist seit 2003 Siemens Solution Partner, Beckhoff Solution Provider und seit 2021 Microsoft Gold Partner. ISO 9001 gilt seit 2015, ISO 14001 seit 2022, 2025 folgte eine EcoVadis-Silber-Bewertung. Am Dach liegt seit 2023 eine eigene Photovoltaikanlage.
Die Berufsbilder sind entsprechend breit. In der Montagehalle setzen Maschinenbautechniker die Anlagen zusammen und finden die Fehler, die keiner erwartet hat. Im Büro konstruieren Ingenieure die nächste Prüfzelle, Programmierer schreiben den SPS- und Robotercode, Softwareentwickler arbeiten an autfactory, und im technischen Vertrieb sitzen Leute, die einem Kunden erklären können, warum sein Prüfkonzept so und nicht anders aussehen sollte. Offene Stellen betreffen zuletzt vor allem Konstruktion und Maschinenbau, teils mit Führungsverantwortung.
Zur Arbeitsweise sagt das Unternehmen selbst deutliche Sätze: von Hierarchien und Micromanagement halte man nichts, eingestellt werde nach Einstellung und nicht nach dem perfekten Lebenslauf. Praktisch gibt es ein Gleitzeitmodell, Erfolgsprämien, höhenverstellbare Tische und angepassten Gehörschutz für die Werkstatt, dazu Firmenausflüge vom Rafting bis zur Radtour. Der Standort liegt fünf Minuten vom Bahnhof Lebring, Parkplätze sind vorhanden. 2024 wurde AUTFORCE als Kununu Top Company ausgezeichnet. Seit der Neuordnung der Eigentümerstruktur 2020 ist das Management am Unternehmen beteiligt, das Eigentum liegt also im Haus.
Eine exakte, tagesaktuelle Mitarbeiterzahl veröffentlicht AUTFORCE nicht; die Angaben reichen von 55 Beschäftigten im Bericht von 2024 bis zu über 60 laut dem steirischen Cluster Human Technology Styria. Bewerbungen gehen direkt an den Standort Lebring, Initiativbewerbungen sind ausdrücklich erwünscht.
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