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Am Flugplatz Wiener Neustadt Ost werden Flugzeuge aufgeschnitten. Airborne Technologies baut Kameraluken in Rumpfunterseiten, montiert Laserscanner und Wärmebildkameras, verkabelt Missionskonsolen in der Kabine und lässt den Umbau anschließend offiziell zulassen. Aus einer Serienmaschine wird so ein Suchflugzeug, ein Vermessungsflieger oder eine Patrouille für die Küste. Rund 50 Menschen arbeiten daran, auf etwa 7.000 Quadratmetern Hangar- und Werkstattfläche.
Gegründet wurde die Firma 2008, mitten in der Finanzkrise, von drei Luftfahrtfachleuten. Wolfgang Grumeth, Marcus Gurtner und Kristof Nagl führen sie bis heute gemeinsam als Geschäftsführer. Aus einer Handvoll Gründungsmitarbeitern sind rund 50 Spezialistinnen und Spezialisten geworden (Land Niederösterreich, Oktober 2020).
Die Auftraggeber sind überwiegend Behörden und Rettungsorganisationen. Der britische Polizeiflugdienst NPAS fliegt mit Technik aus Wiener Neustadt, ebenso die hessische Polizei, die bulgarische Grenzpolizei, die slowenische Polizei und die Schweizer Rega. Dazu kommen Vermessungsunternehmen, die aus der Luft Rohstoffvorkommen aufspüren, Pipelines und Stromleitungen kontrollieren oder Küstenabschnitte kartieren. Die Geräte, mit denen hier gearbeitet wird, haben ihren Preis: Eine stabilisierte hochauflösende Kamera kostet rund eine Million Euro, Wärmebildsysteme lösen Temperaturunterschiede von einem Zehntelgrad auf.
Ungewöhnlich für einen Betrieb dieser Größe ist die Bandbreite der Zulassungen. Die EASA hat Airborne Technologies als Entwicklungsbetrieb, als Herstellbetrieb und als Instandhaltungsbetrieb anerkannt. Konstruiert, gefertigt, geprüft, zugelassen und später gewartet wird also im selben Haus, unabhängig vom Flugzeughersteller. Wer hier eine Halterung zeichnet, sieht sie wenige Wochen später im Flugzeug hängen. Neben Kundenumbauten entstehen eigene Produkte, etwa das Missionssteuerungssystem AIRBORNE LINX und die SCAR-Pod-Familie, jene Behälter, die Sensoren außen am Rumpf tragen.
Entsprechend breit ist das Spektrum der Berufe. In der Fertigung entstehen Kabelbäume und Strukturbauteile, an den Schreibtischen schreiben Zertifizierungsingenieure die Nachweise für die Behörde, Avioniktechniker verkabeln die Arbeitsplätze in der Kabine. Zuletzt suchte das Unternehmen eine Produktionsleitung und Verstärkung in der technischen Angebotserstellung. Nachwuchs bildet der Betrieb selbst aus: Er ist eingetragener Lehrbetrieb für Luftfahrzeugtechnik mit Schwerpunkt Avionik und bietet Lehre mit Matura sowie Schnuppertage an.
Der Bewerbungsweg ist kurz beschrieben. Unterlagen per Mail, danach ein Eignungstest, für den man nichts vorbereiten muss, dann das Gespräch mit der künftigen Führungskraft. Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Initiativbewerbungen nimmt es ausdrücklich auch dann entgegen, wenn gerade keine passende Stelle ausgeschrieben ist.
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