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In Mattighofen laufen vier Montagelinien, wenige Kilometer weiter in Munderfing steht das Motorenwerk. Dort entstehen die Maschinen von KTM, Husqvarna Motorcycles und GASGAS, 209.704 Stück waren es im Jahr 2025. Getragen wird das von der KTM AG, die bis zur Umbenennung im Mai 2012 KTM Power Sports AG hieß. Angefangen hat alles 1934 mit einer kleinen Werkstatt im Innviertel.
Gebaut werden Motorräder für die Straße und fürs Gelände, dazu Fahrwerke der Konzerntochter WP Suspension. Die Arbeit verteilt sich über mehrere Werke in Oberösterreich. In Mattighofen stehen Hauptwerk, Entwicklung und Teilezentrum, in Munderfing das Motorenwerk, das Logistikzentrum und die Motorsportabteilung. Rund 1.000 Menschen arbeiten in der Produktion, in Tagschicht und Fünf-Tage-Woche. Andere zeichnen Rahmen und Elektronik, prüfen Schweißnähte oder sorgen dafür, dass Teile aus Europa und Asien rechtzeitig an der richtigen Station liegen. Vertrieb, Marketing und Aftersales sitzen ebenfalls im Haus.
Rennsport ist hier keine Randabteilung. Bis zum Ende der Saison 2025 hat die Marke KTM 371 Weltmeistertitel gesammelt, 28 davon allein im Jahr 2025, von der MotoGP bis zum Motocross. Die Rennabteilung liegt keine Viertelstunde Fahrt von der Serienfertigung entfernt.
Die Lehrwerkstatt ist eine eigene Größe im Betrieb. Mehr als 700 junge Leute haben bislang eine Lehre bei KTM gemacht, ausgebildet wird derzeit in 17 Berufen, vom Mechatroniker bis zur E-Commerce-Kauffrau. Wer weiter weg wohnt, bekommt im ersten und zweiten Lehrjahr ein Quartier samt Verpflegung und Betreuung. Laptop und Diensthandy gibt es am ersten Tag. Die Matura lässt sich nebenbei nachholen, die Kurse laufen freitags während der Arbeitszeit, und ein Praktikum im Ausland ist ebenfalls möglich.
Die Verbindung nach Indien ist alt. 2007 stieg Bajaj Auto mit 14,5 Prozent bei der damaligen KTM Power Sports AG ein und brachte die Marke auf den indischen Markt. Heute hält der Konzern 74,9 Prozent an der börsennotierten Muttergesellschaft, die seit 13. Jänner 2026 Bajaj Mobility AG heißt. Der Sitz bleibt Mattighofen. Nach dem Sanierungsverfahren, das im Juni 2025 rechtskräftig abgeschlossen wurde, fährt die Fertigung seit 28. Juli 2025 wieder auf allen vier Linien, und die Gruppe setzte im Jahr 2025 gut eine Milliarde Euro um. Ende 2025 arbeiteten 3.794 Menschen für den Konzern, rund 3.000 davon in Österreich; wie viele davon auf Mattighofen und Munderfing entfallen, weist das Unternehmen nicht eigens aus. Die Zahlen stammen aus dem Geschäftsbericht der Konzernmutter vom März 2026 und aus Berichten österreichischer Medien vom Jänner 2026. Geführt wird die KTM AG von einem dreiköpfigen Vorstand unter Gottfried Neumeister, dessen Bestellung bis Ende 2028 läuft. In der Verwaltung wird derzeit gestrafft, für die Produktion sucht das Werk weiter Leute.
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