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Tief unter Oberösterreich und Salzburg lagert RAG Austria AG mehr als sechs Milliarden Kubikmeter Erdgas. Damit lässt sich Österreich über einen Winter bringen, und ein gutes Stück Mitteleuropa dazu. Das Unternehmen betreibt elf unterirdische Energiespeicher und zählt zu den größten Speicherbetreibern Europas. Gegründet wurde es 1935, der Sitz ist in Wien.
Das Prinzip klingt einfach und ist technisch anspruchsvoll. Im Sommer, wenn Gas reichlich verfügbar ist, pressen die Anlagen es in ehemalige Erdgaslagerstätten tief im Gestein. Im Winter holt RAG es wieder heraus. So gleicht das Unternehmen Schwankungen zwischen Angebot und Nachfrage aus und hält die Versorgung auch bei Kälte oder Lieferengpässen stabil. Die Speicher Haidach und Puchkirchen/Haag gehören zu den größten des Kontinents; zusammen mit Anlagen wie 7Fields und Aigelsbrunn kommt RAG auf rund sechs Prozent der gesamten Speicherkapazität in der EU.
Hinter dem Unternehmen steht eine starke Eigentümerstruktur. RAG Austria gehört über eine Beteiligungsgesellschaft mehrheitlich der niederösterreichischen EVN und dem Energiekonzern Uniper, beteiligt sind außerdem die Salzburg AG und die Energie Steiermark. Diese Nähe zu etablierten Versorgern gibt Beschäftigten etwas, das in der Energiebranche zählt: Verlässlichkeit.
Die Wurzeln reichen ins Jahr 1935 zurück. Damals suchte man in Oberösterreich nach Öl und Gas, über Jahrzehnte wurde gefördert, ehe die ausgeförderten Lagerstätten zu Speichern umgebaut wurden. Am Standort Gampern, dem operativen Herz des Unternehmens, arbeiteten 2022 rund hundert Menschen. Und RAG bleibt nicht beim Erdgas. In Pilsbach und Rubensdorf erprobt das Unternehmen die Speicherung von Wasserstoff im Untergrund, in Gampern wird eine Elektrolyse-Anlage ausgebaut. Wer hier einsteigt, arbeitet an Technik, die für die Energieversorgung der kommenden Jahrzehnte gedacht ist.
Entsprechend breit sind die Berufsfelder. Reservoir-Ingenieurinnen und Geologen berechnen, wie sich Gas im porösen Gestein bewegt, an den Speicheranlagen halten Anlagen- und Verfahrenstechniker den Betrieb am Laufen. Dazu kommen Fachleute für Wasserstoff und Elektrolyse sowie kaufmännische Rollen in Handel und Verwaltung. Für den Nachwuchs bietet das Unternehmen Praktika und Diplomarbeiten an. Gefüllt werden die Speicher im Sommer, geleert im Winter, Jahr für Jahr seit über vier Jahrzehnten.
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