Schönauer Straße 5
4400 Steyr
Österreich

Über 900 verschiedene Bauteile entstehen im ZF-Werk in Steyr: Zahnräder, Wellen, Gehäuse, dazu komplette Getriebe für Traktoren. Wer den Traktor später fährt, merkt davon nichts. Genau das ist der Anspruch. Rund 500 Menschen arbeiten an der Schönauerstraße daran, dass Landmaschinen, Stapler und Baumaschinen ihre Kraft zuverlässig auf den Boden bringen.
Gefertigt wird auf rund 27.000 Quadratmetern an mehr als 350 Maschinen. Ein großer Teil des Geschäfts hängt an der Landtechnik, beliefert werden etablierte deutsche und österreichische Landmaschinenhersteller. Die Fertigungstiefe ist hoch: Wer hier arbeitet, begleitet ein Bauteil vom Rohteil bis zur Endprüfung. Der Standort gehört zur Industrietechnik-Division von ZF und ist damit keine reine Werkbank, sondern eine eigenständige Gesellschaft mit Sitz in Steyr.
Die Vorgeschichte ist ungewöhnlich lang. Josef Werndl gründete 1864 in Steyr jenes Unternehmen, aus dem später die Steyr-Daimler-Puch AG wurde. Ferdinand Graf von Zeppelin gründete 1915 die Zahnradfabrik Friedrichshafen, weil seine Luftschiffe verlässliche Getriebe brauchten. Im Jahr 2000 übernahm ZF die frühere Steyr Antriebstechnik von Magna. Seither laufen beide Traditionslinien an einem Ort zusammen, und produziert wird bis heute in Oberösterreich.
Hinter dem Werk steht ein großer Technologiekonzern. ZF erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 38,8 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit rund 153.000 Menschen an 162 Produktionsstandorten in 29 Ländern (zf.com, abgerufen am 08.08.2026). Für Beschäftigte in Steyr heißt das unter anderem Zugang zu konzernweiten Entwicklungsschritten, zu Mentoring-Programmen und zu tausenden virtuellen Schulungen, mit denen ZF im Karrierebereich wirbt.
Die Aufgaben im Werk sind technisch geprägt und trotzdem breit. An den Maschinen stehen Zerspanungstechnikerinnen und Zerspanungstechniker, in der Messtechnik werden Bauteile geprüft, daneben arbeiten Instandhalter, Prozess- und Steuerungsingenieure sowie Leute in Logistik und Materialplanung. Ausgebildet wird im eigenen Haus, unter anderem in Zerspanungstechnik und Mechatronik. Gemeinsam mit dem AMS und der Offenen Arbeitsstiftung Steyr qualifiziert ZF über das AQUA-Programm außerdem Arbeitsuchende zu Zerspanungstechnikern, also auch Menschen, die den Beruf erst später lernen.
Eigene Kennzahlen zu Umsatz oder Auftragslage veröffentlicht der Standort nicht. Was ZF für Österreich nennt, sind flexible Arbeitszeiten, ein individueller Entwicklungsplan und betriebliches Gesundheitsmanagement. Steyr ist einer von drei ZF-Standorten im Land, neben dem Mechatronik-Werk in Lebring in der Steiermark und dem technischen Service in Wien.
Schönauer Straße 5
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