Warneckestraße 5
1110 Wien
Österreich

Wer eine Handcreme aufschraubt oder einen Lippenpflegestift aus der Jackentasche zieht, hält womöglich ein Stück Wien-Simmering in der Hand. Genau dort, in der Warneckestraße, produziert TUPACK Kunststofftuben und Lippenpflegestifte für die internationale Kosmetik- und Pharmaindustrie. Mehr als 1.000 Menschen arbeiten für das Unternehmen in Wien und im Burgenland. Die Wurzeln reichen bis 1955 zurück, gefertigt wird bis heute in Österreich.
Eine Tube klingt unspektakulär, bis man sieht, was darin steckt: extrudiertes Kunststoffmaterial, Offset- und Siebdruck auf gewölbten Flächen, Verschlüsse, die nach hunderten Öffnungen noch dicht halten. Das ist das Handwerk von TUPACK. Beliefert werden Hersteller kosmetischer, pharmazeutischer und chemischer Produkte sowie von Lebensmitteln; auf der eigenen Website zeigt das Unternehmen Marken wie L'Oréal, Clarins und La Roche-Posay, in einem Bericht des Industriemagazins vom Juni 2017 waren zudem Estée Lauder und Johnson & Johnson als Kunden genannt. Nahezu die gesamte Produktion geht ins Ausland: 2017 lag der Exportanteil laut demselben Bericht bei über 99 Prozent.
Produziert wird an zwei Standorten. In Wien-Simmering entstand 1980 das Werk in der Warneckestraße, 1997 kam mit der Tochter MARETO ein zweiter Betrieb im burgenländischen Parndorf dazu, der in den Jahren danach mehrfach erweitert wurde. Die Familie Reisner führt das Unternehmen seit einem Management-Buy-out 1987. Ein solcher Eigentümerkreis erklärt viel über die Zeitrechnung im Haus: 1992 ließ sich TUPACK nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen der Branche nach ISO 9001 zertifizieren, 2009 stellten beide Werke auf Strom aus erneuerbaren Quellen um.
Die Arbeit ist überwiegend technisch. An den Extrudern richten Kunststofftechniker die Anlagen ein und prüfen laufend die Qualität, in der Druckvorstufe bereiten Spezialistinnen und Spezialisten die Grafikdaten für den Tubendruck auf. Dazu kommen Elektrotechnik und Instandhaltung für den Maschinenpark sowie kaufmännische Rollen, etwa im Export-Innendienst für den französischen Markt. Wer sich also für Fertigungstechnik, Druck oder Automatisierung interessiert, findet hier ein industrielles Umfeld mit internationalen Kunden vor der Haustür.
Besonders auffällig ist, wie viel das Unternehmen selbst ausbildet. Rund 50 Lehrlinge sind an den beiden Standorten beschäftigt, jedes Jahr kommen etwa 15 neue dazu, und gelernt wird in eigenen Lehrwerkstätten. Die Palette reicht von Kunststofftechnik über Mechatronik bis zum Siebdruck. Die Wirtschaftskammer führt TUPACK entsprechend als Lehrbetrieb.
Zu Gehaltsbändern gibt die Firma in ihren Stellenausschreibungen konkrete Zahlen an, aktuelle Umsatzdaten veröffentlicht sie dagegen nicht. Was öffentlich dokumentiert ist, sagt trotzdem einiges: 2022 erreichte TUPACK nach eigener Darstellung als weltweit erster Tubenproduzent den Platin-Status der Nachhaltigkeitsbewertung EcoVadis, zwei Jahre nach Gold. Und als Kunden zuletzt eine Produktion in den USA nahelegten, blieb die Fertigung, wo sie war.
Warneckestraße 5
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