Amraserstraße 8
6020 Innsbruck
Österreich

Unter dem Brenner wächst der längste unterirdische Eisenbahntunnel der Welt heran. Geplant und gebaut wird er von der Brenner Basistunnel BBT SE. 55 Kilometer Röhre zwischen Innsbruck und Franzensfeste, mit der bestehenden Umfahrung Innsbruck sind es 64. Wer hier mitarbeitet, ist Teil eines Bauwerks, das Österreich und Italien direkt verbindet und ab 2032 in Betrieb gehen soll.
Die Gesellschaft gehört zu gleichen Teilen zwei Staaten. Die österreichischen 50 Prozent hält die ÖBB, die italienische Hälfte liegt bei der Holding TFB, und die Europäische Union finanziert das Projekt mit. Diese Konstruktion ist selten: BBT SE ist eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea), 2004 gegründet, mit Hauptsitz im italienischen Bozen und zweitem Sitz in Innsbruck. Dazwischen liegen die Baustellenbüros zwischen Ampass und Franzensfeste, dort wo der Berg tatsächlich abgetragen wird.
Das ganze Tunnelsystem umfasst rund 230 Kilometer: zwei einröhrige Haupttunnel, dazu ein Erkundungsstollen, der mittig darunter verläuft, sowie Zugangs- und Logistiktunnel. Ein Projekt dieser Größe braucht mehr als Mineure. Bauingenieurinnen und Bauleiter planen den Vortrieb, Geologen und Geotechniker lesen das Gebirge, Mechaniker und Elektriker halten die Maschinen am Laufen. In der Verwaltung sitzen daneben Umweltingenieure, Fachleute für Baustoffe, Juristinnen und Finanzexperten. Zwei Sprachen, zwei Rechtssysteme, ein Bauwerk: die tägliche Arbeit ist grenzüberschreitend im wörtlichen Sinn.
Stabilität ist bei einem solchen Vorhaben eingebaut. Der Tunnel wird über Jahre gebaut und danach über Jahrzehnte betrieben; die Gesellschaft steht seit 2004, ihre Wurzeln reichen bis 1999 zurück. Geführt wird sie von einem zweiköpfigen Vorstand, je einem Mitglied aus Österreich und Italien, überwacht von einem paritätisch besetzten Aufsichtsrat aus beiden Ländern. Bis zur geplanten Inbetriebnahme 2032 wird weiter vorgetrieben, vermessen und ausgebaut.
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