Wiedner Gürtel 13
1100 Wien
Österreich

Rund vier Millionen Menschen nutzen die Schutzsoftware von cyan, ohne den Namen je gelesen zu haben. Das Wiener Unternehmen entwickelt Cybersicherheit für Mobilfunkanbieter und Finanzdienstleister, die den Schutz unter ihrem eigenen Namen an ihre Kundschaft weitergeben. Gegründet hat die Firma 2006 der Techniker Markus Cserna, der sie bis heute als Geschäftsführer leitet. Gearbeitet wird im ICON Tower am Wiedner Gürtel, wenige Minuten vom Wiener Hauptbahnhof entfernt.
Das Geschäftsmodell ist ungewöhnlich. cyan verkauft nicht an Endkunden, sondern an deren Anbieter: Ein Netzbetreiber bucht den Schutz ein, die Technik läuft im Mobilfunknetz oder als App am Gerät, und auf der Rechnung steht der Name des Providers. Angefangen hat das mit T-Mobile Austria als erstem großen Telekompartner, später kamen T-Mobile Polen, die Deutsche Telekom und die Orange Gruppe dazu. 2025 weitete cyan die Zusammenarbeit mit Orange auf Rumänien, Moldawien und französische Überseegebiete aus und startete cyan Guard 360, ein Produkt für kleinere und mittlere Unternehmen, das der IT-Dienstleister CANCOM im deutschsprachigen Raum vertreibt.
Die Anfänge waren kleiner. In den ersten Jahren sicherte cyan die Internetverbindungen österreichischer Mittelbetriebe ab; zu den frühen Kunden zählten laut einem Porträt im Börse Express das Außenministerium und Spitalsnetze. Aus dieser Wiener Basis ist ein Geschäft geworden, das heute in Europa und Lateinamerika ausgerollt wird.
Die Wiener Gesellschaft gehört vollständig zur cyan Digital Security GmbH und damit zur börsennotierten cyan AG mit Sitz in München, die seit dem Börsengang 2018 regelmäßig Zahlen veröffentlicht. Für Bewerberinnen und Bewerber ist das ein praktischer Vorteil: Man kann nachlesen, wie es dem Unternehmen geht. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Konzernumsatz um rund 30 Prozent auf 9,2 Millionen Euro, das EBITDA war mit etwa 0,8 Millionen Euro positiv, und die Zahl der geschützten Endkunden wuchs um 47 Prozent. Für 2026 stellt das Unternehmen 10,2 bis 11,5 Millionen Euro Umsatz in Aussicht.
Die Entwicklung sitzt in Wien. Hier entsteht die Threat-Intelligence-Engine, die Phishing-Seiten und Schadsoftware erkennt, hier werden die Apps für Endgeräte und der Kinderschutz gebaut. Daneben braucht ein Geschäft, das über Telekomkonzerne läuft, Menschen, die Integrationsprojekte mit Netzbetreibern in mehreren Ländern begleiten, und Kolleginnen und Kollegen im Partnervertrieb, die technische Themen für Einkäufer großer Konzerne übersetzen. Das Team ist überschaubar geblieben: Das Karriereprofil des Unternehmens nennt eine Größenordnung von 31 bis 50 Beschäftigten und sechs bis zehn Neueinstellungen pro Jahr; eine exakte Mitarbeiterzahl veröffentlicht die Gesellschaft nicht. Gesucht wird über ein eigenes Jobportal, die Wiener Stellen sind als Hybrid-Positionen ausgeschrieben. Wer hier anfängt, arbeitet an Software, die bei Netzbetreibern in Polen, den Niederlanden und Mittelamerika im Einsatz ist.
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