Schillerplatz 3
1010 Wien
Österreich

Im Haus am Schillerplatz hängt das Weltgerichts-Triptychon von Hieronymus Bosch. Ein paar Türen weiter stehen Studierende an der Radierpresse, im Labor nebenan bestimmen Restaurator_innen Pigmente. Beides gehört zur Akademie der bildenden Künste Wien, gegründet 1692. Ende 2024 arbeiteten hier 567 Menschen.
Die Akademie ist eine der 23 öffentlichen Universitäten Österreichs und die älteste Kunsthochschule des Landes. Sechs Institute tragen die Lehre. Am Institut für Kunst und Architektur entwerfen angehende Architekt_innen ihre ersten Bauten, am Institut für Konservierung-Restaurierung lernen Studierende, Wandmalerei und historische Bücher zu sichern. Dazu kommt ein eigenes Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst, in dem chemische Analyse und künstlerische Praxis am selben Objekt zusammenkommen.
Im Wintersemester 2024 waren 1.711 Studierende inskribiert. 45 Prozent von ihnen haben einen österreichischen Pass, 33 Prozent kommen aus anderen EU-Ländern, 21 Prozent aus Drittstaaten. Beim Personal sieht es ähnlich aus: Von den sechs Professuren, die 2024 neu besetzt wurden, kamen fünf aus dem Ausland. Wer hier anfängt, hört im Stiegenhaus mehr als eine Sprache.
Von den 567 Beschäftigten des Jahres 2024 zählen 393 zum künstlerisch-wissenschaftlichen Personal und 175 zum allgemeinen Personal, gemessen an Vollzeitäquivalenten sind das 344,7 Stellen. Zwei Drittel der Belegschaft sind Frauen. Gebraucht werden längst nicht nur Lehrende. In den Werkstätten für Druckgrafik, Metall und Fotografie betreuen technische Mitarbeiter_innen die Geräte, in Universitätsbibliothek und Archiv arbeiten Fachleute an Beständen, die teils Jahrhunderte zurückreichen, und in der Verwaltung sitzen Kolleg_innen für Finanzen, Personal und Qualitätsentwicklung.
Weiterbildung ist an der Akademie kein Versprechen, sondern ein laufendes Programm. Englischkurse auf mehreren Niveaustufen sind für Beschäftigte seit Jahren kostenlos, das Cambridge Certificate lässt sich am British Council in Wien ablegen, Spanisch und Arabisch werden ausgebaut. Einmal im Jahr läuft ein Gebärdensprachkurs, der laut Leistungsbericht zu den beliebtesten Angeboten im Haus gehört. Für den künstlerisch-wissenschaftlichen Mittelbau richtet die Akademie zusätzliche Qualifizierungsstellen ein; eine davon entstand 2024 am Institut für Konservierung-Restaurierung für den Schwerpunkt Wandmalerei. Ein Karriereentwicklungsprogramm für künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiter_innen wurde aufgesetzt und wird fortgeführt. Zu Zusatzleistungen jenseits dieser Angebote veröffentlicht die Akademie nichts.
Gearbeitet wird an fünf Standorten in der Wiener Innenstadt und ihren angrenzenden Bezirken. Das Hauptgebäude am Schillerplatz errichtete Theophil Hansen zwischen 1872 und 1876, die großen Ateliers liegen im Atelierhaus in der Lehárgasse, weitere Räume in der Kurzbauergasse, der Karl-Schweighofer-Gasse und der Kelsenstraße. Zur Universität gehören auch die Kunstsammlungen mit rund 1.200 Gemälden, über 100.000 Werken auf Papier und etwa 450 Gipsabgüssen. Die Gemäldegalerie am Schillerplatz ist täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Schillerplatz 3
1010 Wien
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